Durchfall-Erkrankung

Immer neue EHEC-Fälle in Bergedorfer Kita

EHEC-Bakterienstämme auf einem Nährboden im Labor.

EHEC-Bakterienstämme auf einem Nährboden im Labor.

Foto: Christian Charisius / dpa

Eltern sind in Sorge. Noch immer grassiert der EHEC-Erreger in der „Wabe“-Kita am Mohnhof. Es gibt Kritik am Krisenmanagement.

Bergedorf.  Noch immer grassiert an einer Bergedorfer Kindertagesstätte der EHEC-Erreger. Wie die betroffene „Wabe“-Kita am Mohnhof (etwa 200 Plätze) auf Nachfrage bestätigt, sei aktuell „bei sieben Kindern aus dem Krippenbereich und drei Kindern aus dem Elementarbereich der EHEC-Erreger nachgewiesen worden“, so Sprecherin Claudia Janson von „Wabe e.V.“.

Bereits vor vier Wochen hatte es sechs nachgewiesene Fälle in der Kita – bei Kindern und Angehörigen – gegeben. Nun verlieren viele Eltern die Geduld. Sie fürchten vor allem, dass die bisher glimpflich verlaufene Erkrankungswelle ins Dramatische kippen könnte.

53 Menschen starben bei Epidemie 2011

Im Jahr 2011 hatte das Darmbakterium EHEC für eine schwere Epidemie im norddeutschen Raum gesorgt. Damals waren knapp 3000 Menschen erkrankt, 855 an der schweren Verlaufsform HUS. 53 Menschen starben damals. EHEC kann jedoch – wie im aktuellen Fall – glimpflich und sogar symptomlos verlaufen.

Die Sorge, dass der aktuelle Erreger mutiert, treibt viele Eltern um. Es sei aber auch das Krisenmanagement, das manche Eltern verzweifeln lasse, sagt eine Mutter: „Wir werden nicht offen informiert. Man bekommt nur Bröckchen hingeworfen.“

„Kita einfach eine Woche schließen“

Meist werde durch andere Mütter bekannt, dass wieder ein Kind – oder ein Angehöriger – positiv getestet sei. Dann müssten wieder Stuhlproben abgegeben werden, auf deren Ergebnis teilweise so lange gewartet werde, dass das Resultat bei Bekanntwerden wieder hinfällig sei. Geschwisterkinder müssten teils wochenlang aus der Schule genommen werden. Und keiner täte das einzig Sinnvolle: „Die Kita einfach eine Weile schließen, auch wenn es schwer fällt.“

Claudia Janson von Wabe e.V. betont, dass die Kita-Leitung die Eltern stets informiert habe – „über Aushänge und Elternpost“. Zahlreiche Maßnahmen gegen den Erreger seien getroffen worden: Eine Spezialfirma desinfiziere die Räume täglich. Einzelne Bereiche seien geschlossen worden. „In der Frage, ob eine Schließung der Kita geboten wäre, richten wir uns nach der Maßgabe des Gesundheitsamtes.“ Und momentan empfehle das Amt dies nicht.

Bezirksamt sieht keine Versäumnisse

Auch Bezirksamtssprecherin Lena Stich sieht keine Versäumnisse: Das Gesundheitsamt habe stets informiert, alle Richtlinien eingehalten. Alle Kinder seien getestet worden – elf davon positiv, zudem zwei Elternteile.

Inzwischen sei der Gipfel der Erkrankungswelle aber überschritten, alle Betroffenen seien symptomfrei. Einen Anlass, die Kita zu schließen, gebe es nicht. „Dennoch können wir die Sorge der Eltern sehr gut verstehen.“ Sie könnten sich jederzeit ans Gesundheitsamt wenden.