Stadtteilentwicklung

Sportplatz am Ladenbeker Furtweg einfach weggeplant

Der letzte Grandplatz im Bezirk bietet am Ladenbeker Furtweg einen trostlosen Anblick.

Der letzte Grandplatz im Bezirk bietet am Ladenbeker Furtweg einen trostlosen Anblick.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Sportler vom SV Bergedorf-West sind entsetzt: Sie wollen den Platz im Stadtteil behalten – und dringend sanieren.

Bergedorf-West.  Irgendwie mochten sie ihren Ohren nicht trauen: Da hatte das Büro „Tollerort“ zum Info-Abend über die Stadtteilentwicklung eingeladen und Ergebnisse eines Workshops vorgestellt – „und bei allen drei Szenarien war der Sportplatz am Ladenbeker Furtweg verschwunden“, wunderte sich TSG-Vorsitzender Boris Schmidt: „Der könne ja zugunsten von Wohnungsbau nach Oberbillwerder verlagert werden. Ich bin einfach nur entsetzt. Das ist doch keine Wertschätzung für die Arbeit der Vereine.“

Nur noch 56 Mitglieder

Tatsächlich hat der 1971 gegründete SV Bergedorf-West in seinen Anfangsjahren bis zu 600 Sportler begeistern können, davon allein 13 Jugend-Mannschaften. Heute steuern nur noch 56 Mitglieder den Sportplatz an – er ist der letzte im Bezirk ohne Kunstrasen. „So kann man doch keinen Verein einfach aussterben lassen. Im Billtal-Stadion war auch wenig los, als da noch ein Grandplatz war. Und heute liegt die Auslastung bei 100 Prozent“, sagt Schmidt.

„Steht von November bis März unter Wasser“

Enttäuscht zeigt sich auch Vereinsvorsitzender Waldemar Meya: „Ohne Fußballplatz kann ich unseren Verein ja gleich dichtmachen“, ärgert sich der Chef des SV Bergedorf-West. Er musste verschmerzen, dass ganze Mannschaften abgewandert sind, weil der Platz „von November bis März unter Wasser steht“. Derzeit gebe es in den Kabinen nicht einmal warmes Wasser: „Nebenan werden die alten Schulpavillons abgerissen. Schon vor vier Wochen wurde der Gasanschluss abgetrennt, müssen unsere Sportler nach dem Spiel eiskalt duschen.“ Er wünscht sich, dass die Anlage komplett saniert wird: „Das brauchen wir, um den Stadtteil aufzuwerten.“

„Alles schon ausbaldowert“

Auch Arge-Vorsitzender Werner Kleint findet deutliche Worte: „Es ist ein Skandal, wenn wichtige, bestehende Strukturen niedergewalzt werden, hier müssen wir massiv gegensteuern.“ Zudem ist er enttäuscht: „Ich habe den Eindruck, solche Veranstaltungen haben lediglich nur eine Alibi-Funktion.“ Hinter den Kulissen sei scheinbar „eh alles schon ausbaldowert“.

Auftakt-Info am Mittwoch

Nun ist es nicht mehr „Tollerort“, sondern es übernehmen die Quartiersentwickler der Entwicklungsgesellschaft Steg die Betreuung des Fördergebietes, das im Rise-Programm als „soziale Stadt“ festgelegt ist. „Bergedorf-West gemeinsam gestalten“ heißt dann auch der Titel zur offiziellen Auftaktveranstaltung am Mittwoch, 27. November. Ausdrücklich ist hier auch die „Ertüchtigung von Grün-, Frei- und Sportflächen“ erwähnt, wenn Bezirksamtsleiter Arne Dornquast von 18.30 Uhr an in die Aula der Berufsschule BS 08 (Billwerder Billdeich 622) einlädt – und auf Ideen und Anregungen der Bewohner setzt.

Kunstrasen für 500.000

Boris Schmidt hofft unterdessen, dass Kinder und Jugendliche weiterhin Fußball spielen können – und zwar mitten in ihrem Stadtteil: „Es wäre auch viel nachhaltiger, wenn die Eltern sie nicht mehr mit dem Auto zu anderen Vereinen fahren müssten. Ein Kunstrasenplatz kostet geschätzt 500.000 Euro. Die Hälfte könnte durchaus aus dem Fachamt für bezirklichen Sportstättenbau fließen.“