Ausfälle S21/S2

Bergedorf-Strecke: 120.000 S-Bahn-Kilometer ausgefallen

Schön, wenn der Zug mal kommt: Allzuoft ist das in Bergedorf nicht der Fall.

Schön, wenn der Zug mal kommt: Allzuoft ist das in Bergedorf nicht der Fall.

Foto: Jeanette Keber / jeanette keber

120.000 Zugkilometer, die eigentlich vertraglich bestellt waren, wurden 2019 nicht gefahren. Nur auf der Linie S21/S2.

Bergedorf. Der Ärger über verspätete oder ausgefallene S-Bahnen ist ein Dauerbrenner. Und auch auf der S 21/S 2 aus oder in Richtung Elbgaustraße stehen die Bergedorfer oft wartend und sauer an leeren Gleisen. Wie eklatant die Ausfälle aber wirklich sind, zeigt nun die Senatsantwort auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Dennis Thering. Demnach summieren sich die bis Oktober ausgefallenen Fahrten allein auf der Bergedorfer Linie S 21 in diesem Jahr auf fast 79.000 Zugkilometer. Das entspricht etwa zwei Runden um den Globus. Hinzu kommen gut 41.000 ausgefallene Zugkilometer auf der Verstärkerlinie S 2. Macht also eine Strecke dreimal um die Erde, die nicht gefahren wurde.

Bestellt werden Kilometer je Linie

Wie viele Kilometer die S-Bahn GmbH in Hamburg fahren muss, ist vertraglich je Linie und Monat geregelt. Bestellt wird der Umfang von der Stadt Hamburg und ihrer Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation. Im Falle der Bergedorfer Linie lagen die bestellten Kilometer je Monat 2019 zwischen 207.000 und 268.000 Zugkilometern bei der S 21 (Aumühle–Elbgaustraße) und knapp 2000 bis 29.000 auf der Verstärkerlinie S 2 (ab Bergedorf–Elbgaustraße).

S-Bahn hat finanzielle Einbußen

Da sie vertraglich zugesichert sind, wird der Ausfall genau erfasst. Dies nach Zugkilometern, aber auch Fahrzeugkilometern – also wenn etwa nur ein Kurzzug, statt eines Langzugs eingesetzt wurde. Ausfälle sind aber nicht nur ein Ärgernis für die Fahrgäste, sondern auch für die S-Bahn ein handfestes Problem. Denn: „Jeder komplette oder teilweise Fahrt- oder Zuglängenausfall bedeutet für die S-Bahn finanzielle Einbußen“, stellt der Senat in der Anfrage fest. Der Vertrag biete der S-Bahn „ausreichend Anreize“ für das Erbringen einer guten Betriebsleitung. Gelinge das aber nicht, sei das Unternehmen „wirtschaftlich betroffen“.

Zäune an den Bahnstrecken geplant

Dass es zumindest teilweise Gründe für viele Ausfälle gab – bis Mitte des Jahres hauptsächlich die späte Auslieferung neuer Fahrzeuge sowie technische Probleme an ihnen – hilft jedoch weder der Bahn noch der Stadt, der es um eine „zuverlässige Erbringung“ der Leistung gehe, wie sie betont. Deshalb gibt es
inzwischen einen Runden Tisch, der sich damit beschäftigt wie die Verspätungen und Ausfälle auf den Strecken reduziert werden können. Auch die S 21/S 2 wird dabei betrachtet. Unter anderem sollen mehr Zäune die Bahnstrecke besser schützen.