Taufe und Stapellauf

Die „Wammsch“ heißt nun „Borgesch“

Die ehemalige "Wammsch" ist auf „Borgesch“ getauft und fährt auf dem Hohendeicher See.

Die ehemalige "Wammsch" ist auf „Borgesch“ getauft und fährt auf dem Hohendeicher See.

Foto: Thomas Voigt

Nach Jahren der Restauration ist der Jugendwanderkutter „Wammsch“ nun wieder fahrtüchtig. Er heißt jetzt „Borgesch“ und gehört zum Haus Warwisch.

Bergedorf.  Dreieinhalb Jahre haben die Bootsbauer um Bernd Thal an dem maroden, alten Jugendwanderkutter mit Namen „Wammsch“ gearbeitet. Unterstützung erhielten sie auf dem Gelände der Stadtteilschule Bergedorf von zahlreichen Geflüchteten, die seit 2015 nach Bergedorf gekommen waren. Am Mittwoch war das Werk vollendet, der auf „Borgesch“ umbenannte Kutter wurde ins Wasser des Hohendeicher Sees gelassen, getauft und an das Haus Warwisch übergeben. Dort war das Schiff bereits vor Jahren für Segelkurse eingesetzt und wird ab dem kommenden Sommer auch wieder fahren.

Mehr als 100.000 Euro an Spenden

Die Stiftung Haus im Park und die Buhck-Stiftung hatten gemeinsam mit der Initiatorin Renate Nietzschmann – ehemals Schulleiterin der Stadtteilschule GSB – das Projekt begleitet und zahlreiche Sponsoren akquiriert. Mehr als 100.000 Euro wurden gespendet, 6000 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet. Auf dem zehn Meter langen Schiff mit 42 Quadratmetern Segelfläche können bis zu zwölf Jugendliche auf Tour gehen. „Damit ist dieser Wanderkutter größer als üblich“, freute sich Thorben Bartsch vom Haus Warwisch.

„Wammsch“ stammt aus einem Nazi-Roman

Der alte Name „Wammsch“ wurde abgelegt, weil dies eine Figur aus einem Roman des nationalsozialistischen Autors Werner Beumelberg ist. Der neue Name „Borgesch“ ist dem früheren Straßennamen „Am Borgesch“ entlehnt. Dort in St. Georg stand die Heinrich-Wolgast-Schule, die das Schiff im Jahr 1961 als Eigentümer „Wammsch“ nannte.