Wirtschaftspreis

Tina Hansmann: Bergedorfer Unternehmerin des Jahres

Tina Hansmann (Fahrrad Marcks, M.) ist Bergedorfer Unternehmerin des Jahres 2019. Auf Platz 2: Kunststoffhändler Jürgen Tramnitz; Platz drei geht an Andrea Klerman, Betreiberin des Besucherzentrums der Sternwarte..

Tina Hansmann (Fahrrad Marcks, M.) ist Bergedorfer Unternehmerin des Jahres 2019. Auf Platz 2: Kunststoffhändler Jürgen Tramnitz; Platz drei geht an Andrea Klerman, Betreiberin des Besucherzentrums der Sternwarte..

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

„Unternehmer müssen Optimisten sein, Veränderungen als Chance begreifen“, sagte Prof. Thomas Straubhaar bei der Preisverleihung.

Bergedorf.  Tina Hansmann (53), Chefin von Fahrrad Marcks, ist Bergedorfer Unternehmerin des Jahres 2019. Sie wurde Mittwochabend im Schloss mit dem lokalen Wirtschaftspreis ausgezeichnet. Zweiter Preisträger ist Jürgen Tramnitz von Hacotech, Händler für Faserverbundkunststoffe. Andrea Klerman vom Besucherzentrum der Sternwarte erhielt den dritten Preis.

„Marcks ist Synonym für Fahrradgeschäft“

„Marcks ist in Bergedorf ein festes Synonym für ein Fahrradgeschäft und überregional bekannt“, begründete Laudator Robin Freitag die Entscheidung der fünfköpfigen Jury für Hansmann aus 22 Bewerbern. Der Unternehmerpreis wird alle zwei Jahre von der Hamburger Volksbank, dem WSB, der Firma Aktivital und unserer Zeitung vergeben: „Tina Hansmann hat die 73-jährige Tradition des Familienbetriebs erfolgreich fortgeführt und innovativ ausgebaut. Das ist oft eine größere unternehmerische Herausforderung, als eine neue Geschäftsidee kurzzeitig am Markt zu etablieren.“

Radikale Veränderungen durch Digitalisierung

Und genau darum ging es auch bei der Podiumsdiskussion zur Preisverleihung mit Stargast Prof. Dr. Thomas Straubhaar. Der Schweizer Ökonom und Autor („Die Stunde der Optimisten – So funktioniert die Wirtschaft der Zukunft“; Edition Körber) machte unmissverständlich deutlich: „Ein Geschäftsmodell, das 50 Jahre funktioniert hat, hat überhaupt keinen Anspruch darauf, auch die kommenden fünf Jahre zu funktionieren.“ Heute führe die Digitalisierung der Wirtschaft zu Veränderungen in nie dagewesener Radikalität und Rasanz.

Lebenslange 40-Stunden-Woche ein Auslaufmodell

Hinzu kämen der demoskopische Wandel und neue Lebensmodelle zukünftiger Generationen: „Die Fridays-For-Future-Aktivisten erwarten etwas völlig anderes von der Welt als wir jetzt Erwachsene.“ Die lebenslange, ungebrochene 40-Stunden-Woche sei ein Auslaufmodell. Straubhaar: „Nachhaltig ist das neue Konservativ: Wer glaubt, es sei nachhaltig, zu bewahren was heute ist, erliegt einem fatalen Irrtum. Man kann auch nachhaltig in den Abgrund stürzen.“

Optimismus als Basis für die Zukunft

WSB-Geschäftsführer Marc Wilken stimmte zu: „Wir müssen neuen Ideen eine Chance geben.“ Etwa der Test, die Bergedorfer Schlossstraße zur Fußgängerzone zu machen, sei so eine Idee – auf lokaler Ebene. Auch Dr. Thomas Brakensiek, im Vorstand der Hamburger Volksbank und aktiv beim Club der Optimisten, wendet sich gegen Populisten und die verbreitete „German Angst“: „Optimismus ist unternehmerisches Handeln in Reinform“ – „und absolut alternativlos bei der Bewältigung der Zukunft“, ergänzte Straubhaar. Preisträgerin Tina Hansmann jedenfalls schaut optimistisch in die Zukunft: „Wenn ich ein Autohaus hätte, würde ich mir Sorgen machen, aber ich verkaufe Fahrräder!“