Eröffnung

Neue Strahlentherapie: Für Krebspatienten werden Wege kürzer

Dr. Jürgen Heide eröffnet seine Praxis am Schilfpark am Montag.

Dr. Jürgen Heide eröffnet seine Praxis am Schilfpark am Montag.

Foto: Jan Schubert

Sieben Millionen Euro hat Dr. Jürgen Heide in die erste Praxis für Strahlentherapie in Bergedorf investiert.

Bergedorf.  Am Montag eröffnet eine Strahlentherapie am Schilfpark 20. Die neue Spezialpraxis von Dr. Jürgen Heide zwischen Schleusengraben und Curslacker Neuer Deich erhöht das medizinische Leistungsspektrum im Hamburger Osten, sie wird zur neuen Anlaufstelle speziell für Krebs- und Tumorpatienten. Viele von ihnen besuchen bislang Jürgen Heides Harburger Strahlentherapie, doch die Behandlungskapazitäten dort stoßen längst an ihre Grenzen.

Für Behandlung nicht länger nach Harburg

Der Vorlauf für die Dependance war lang. Zuerst war beabsichtigt, die Praxis im geplanten Bergedorfer Tor zu eröffnen. Nach Umplanung und erstem Spatenstich (3. Mai 2018) nahe dem Schleusengraben gab es neue Verzögerungen.

Sieben Millionen Euro hat Heide, Facharzt für Strahlentherapie, in das neue Praxisgebäude investiert. Es ist mit modernster Behandlungstechnik ausgestattet. Dabei macht der Linearbeschleuniger mit etwa 2,5 Millionen Euro den Löwenanteil aus. Neben dem zentralen Behandlungsraum ist auch ein Computer-Tomograf untergebracht.

Der weiße Fleck verschwindet

Die Strahlentherapie nahe der A 25 bietet Erweiterungspotenzial: Heide hat so bauen lassen, dass ein zweiter Behandlungsraum geschaffen werden kann. Bislang war Hamburgs Osten, was Strahlentherapie angeht, ein weißer Fleck.

Heide startet zunächst mit kleinem Team an seiner Seite. Ein Physiker und drei bis vier Medizinisch-Technische Assistenten betreuen die Patienten und bedienen den Linearbeschleuniger.

Hilfe bei vielen Erkrankungen

Behandelt werden nicht nur Menschen mit Krebsleiden. Strahlentherapie kann auch bei Erkrankungen wie Arthrose, Sehnenreizungen oder Fersensporn helfen.

Der Mediziner hat bereits mit dem Bethesda Krankenhaus Bergedorf einen strategischen Partner für die Patientenversorgung. Kooperationen mit den Krankenhäusern in Reinbek und Geesthacht sind angedacht.

In Bergedorfs erste Strahlentherapie im Schilfpark hat Dr. Heide sieben Millionen Euro investiert. Montag können die ersten Patienten mit einem Linearbeschleuniger des kalifornischen Herstellers Varian behandelt werden.

Hightech hinter dicken Mauern

Das Hightech-Gerät steht im Behandlungsraum hinter 3,5 Meter dicken, strahlenundurchlässigen Wänden. Der Linearbeschleuniger ist um 360 Grad drehbar, der dazugehörende Behandlungstisch ist auch in der Höhe verstellbar.

Ein Physiker berechnet zunächst, was bestrahlt wird und was nicht. So soll krankes Gewebe getroffen, gesundes möglichst nicht verletzt werden. „Strahlen sind gefährlich, deshalb müssen wir bei der Behandlung an bestimmten Organen vorbei“, erklärt der 58-jährige Facharzt Jürgen Heide.

„Strahlen sind gefährlich“

Mit Photonenstrahlen werden die Patienten millimetergenau bestrahlt. Die kranken Zellen im Körper sollen zerstört, zumindest die Ausbreitung verhindert werden. Strahlen kommen in der Krebsbehandlung oft parallel mit Chemotherapie zum Einsatz. Sie ist trotz guter Erfolge aber keine Garantie für die Heilung.

Krebs ist in Deutschland nach Herzkreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Rund 470.000 Menschen erkranken jährlich neu, 50 bis 60 Prozent der Erkrankten werden im Therapieverlauf bestrahlt.

470.000 Deutsche erkranken jedes Jahr

Knapp ein Jahr nach Baubeginn ereilte das Projekt „Strahlentherapie Bergedorf“ ein Rückschlag. Das beauftragte Architekturbüro stellte Insolvenzantrag. Wolfgang Greb, der bereits Heides Harburger Praxis geplant hat, vollendete danach Bergedorfs Strahlentherapie.

Kooperation mit Krankenhäusern

Der Mediziner hat bereits mit dem Bethesda Krankenhaus Bergedorf einen strategischen Partner für die Patientenversorgung. Kooperationen mit den Krankenhäusern in Reinbek und Geesthacht sind angedacht. Wie viele Patienten in Bergedorf künftig täglich behandelt werden können, wird die Zukunft zeigen.