Ärzte sind bereit

Grippe-Impfung: Das müssen Sie jetzt wissen

Oktober und November sind die bete zeit für eine Grippeimpfung.

Oktober und November sind die bete zeit für eine Grippeimpfung.

Foto: Arno Burgi / dpa

Bergedorf. Die Grippe-Impfzeit hat begonnen, der Impfstoff liegt bereit. Doch etwa die Hälfte der Deutschen will sich nicht impfen lassen.

Bergedorf. Der Winter 2017/2018 ist vielen Patienten und Medizinern noch in schlimmer Erinnerung. Eine Grippewelle rollte über Deutschland, der mehr als 25.000 Menschen zum Opfer fielen. „Es war die höchste Zahl an Todesfällen in den vergangenen 30 Jahren“, weiß Prof. Dr. Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin. Damals hätten sich viel zu wenige Deutsche impfen lassen, vermeldete das Institut in seinem Saisonbericht. Ausgerechnet unter den besonders gefährdeten älteren Leuten über 60 Jahre sei die Grippe-Impfquote mit 35 Prozent am geringsten gewesen.

Bergedorfer mit guter Impfmoral

In Bergedorf saß der Schreck offenbar tief, bestätigt Dr. Jürgen Duwe, Leiter des bezirklichen Gesundheitsamts. Nach seinen Worten waren im Folgejahr die Besucherzahlen auffallend hoch bei den Impfsprechstunden und insbesondere beim jährlich anberaumten Grippe-Impftermin Anfang November 2018 in seiner Amtsstube: „Zum Glück konnten wir kurzfristig Impfstoff bei der Gesundheitsbehörde nachbestellen.“ Auch in diesem Jahr herrscht in Bergedorf schon recht gute Impfmoral, wie unsere Umfrage in Bergedorfer Arztpraxen bestätigt: Seit Ende September ist dort das Influenza-Serum vorrätig, und die Patienten kommen eifrig zum Impfen.

46,6 Prozent verzichten lieber

Bundesweit allerdings will eine knappe Mehrheit lieber nicht zur Grippeimpfung gehen, wenn man einer Erhebung der Umfrage-Agentur „pinpoli“ unter rund 6000 Teilnehmern im Internet Glauben schenkt. Danach wollen sich 43,1 Prozent der Teilnehmer impfen lassen. 46,6 Prozent verzichten lieber drauf, mehr als jeder Zehnte ist noch unentschlossen.

Impfeffektivität 2018 nur bei 21 Prozent

Grund für die demonstrative Zurückhaltung könnte sein, dass die ermittelte Impfeffektivität gegen eine Grippeerkrankung deutlich geringer ist als bei Masern, Mumps oder Röteln mit jeweils mehr als 90 Prozent. Bei der Grippe lag sie nach RKI-Angaben im vergangenen Winter bei 21 Prozent, im heftigen Grippe-Winter davor bei nur 15 Prozent. Ursache: Grippe-Viren verändern sich rasend schnell, werden resistent, entwickeln neue Varianten. Daher muss das Impfserum vor jeder Saison angepasst werden.

Auch gut gegen Erkältungen

„Eine regelmäßige, jährliche Grippe-Impfung macht aber auch resistenter gegen normale Erkältungsinfektionen“, sagt Bergedorfs Amtsarzt Dr. Jürgen Duwe.

  • Grippeimpfung wird empfohlen für Personen über 60 Jahre, Schwangere und Leute mit chronischen Krankheiten, außerdem für medizinisches Personal und Menschen mit viel Publikumskontakt.
  • Richtige Impfzeit ist im Oktober und November, der Impfschutz ist zehn bis 14 Tage nach der Impfung voll aufgebaut.
  • Krankenkassen zahlen in der Regel für Risikogruppen (s. o.), Selbstzahler zahlen 20 bis 35 Euro.
  • Kostenloser Impftermin beim Bezirk: 6. November, 15-18 Uhr, Herzog-Carl-Friedrich-Platz 1.