Neubaugebiet Weidensteg

Mit Tricks 38 Prozent mehr Wohnungen

Blick aufs künftige Wohnquartier Weidensteg am Weidenbaumsweg (unten). Im Vordergrund: das Nahversorgungszentrum, jetzt eingefasst vom Wohngebäuderiegel. In der Mitte das hochwertige Gründach über dem Parkplatz.

Blick aufs künftige Wohnquartier Weidensteg am Weidenbaumsweg (unten). Im Vordergrund: das Nahversorgungszentrum, jetzt eingefasst vom Wohngebäuderiegel. In der Mitte das hochwertige Gründach über dem Parkplatz.

Foto: BGZ

Bergedorf. Trotz deutlich mehr Bewohnern erwarten die Gutachter weniger Verkehr. Doch die Verschattung wird steigen.

Bergedorf. Es wirkt wie ein Wunschzettel, doch das Gegenteil ist der Fall: Das städtebauliche Konzept für das Neubaugebiet Weidensteg mit nun 744 statt ursprünglich geplanter 540 Wohnungen zwischen Weidenbaumsweg, Kampbille und Schleusengraben plus Nahversorgungszentrum steht kurz vor der Fertigstellung. Am Mittwoch, 18. September, ist es Thema in öffentlicher Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses (18 Uhr; Rathaus, Wentorfer Str. 38).

„Grund und Boden besser ausgenutzt“

Auf fünf Seiten, ergänzt durch mehrere Gutachten, befassen sich Experten unter anderem mit dem Straßenverkehr, der Baudichte und der Verschattung. Fazit in allen Bereichen: Das Plus von knapp 38 Prozent an Wohnungen sei zu begrüßen, weil es „Grund und Boden besser ausnutzt“.

Weniger Individualverkehr durch gesellschaftspolitische Trends

Die Details lassen aufhorchen. So geht die aktuelle verkehrstechnische Stellungnahme davon aus, dass trotz der rund 400 zusätzlichen Bewohner täglich weniger Kfz-Fahrten zu erwarten sind, als vor zwei Jahren noch ohne sie berechnet wurde. Begründung: Wegen „der zu erwartenden wirtschaftlichen Entwicklung und einem – durch verkehrs- und gesellschaftspolitische Trends – veränderten Mobilitätsverhalten“ sei „perspektivisch ein Rückgang des allgemeinen motorisierten Individualverkehrs“ zu erwarten.

Nahversorgungszentrum am Weidenbaumsweg

Das Plus an Wohnungen wird im Weidensteg wesentlich über die Aufstockung des vorgesehenen Nahversorgungszentrums am Weidenbaumsweg durch einen umlaufenden Gebäuderiegel mit bis zu fünf Stockwerken erreicht. Weil dafür aus architektonischen Gründen auch der als Parkfläche vorgesehene Innenhof unter einem grünen Dach verschwindet, auf dem Gärten, Spielflächen und sogar der Außenbereich der geplanten Kita vorgesehen sind, versuchen die Planer einen Kunstgriff: Diese bewachsenen Nutzflächen lägen zwar im ersten Stock, seien aber „qualitativ so hochwertig“, dass sie nicht als überbauter Raum zur Grundflächenzahl gerechnet werden. So ergibt sich für das Nahversorgungszentrum eine überbaute Fläche von 52 statt der eigentlich fälligen 100 Prozent.

Studie belegt große Verschattung

Einen großen Teil der Weiterentwicklung des städtebaulichen Konzepts nimmt die Verschattungsstudie ein. Denn die bis zu siebenstöckigen Wohnblocks des Weidenstegs stehen so dicht, dass im nördlichen Bereich bei den benachbarten Glasbläserhöfen in Winter und Frühjahr wenig oder gar keine Sonne bis hinunter zum Erdgeschoss und dem ersten Stock fällt. Deshalb wird verfügt, das letzte Gebäude vor den Glasbläserhöfen von fünf auf vier Stockwerke einzukürzen. Insgesamt aber, so heißt es im Konzeptentwurf, seien „die Besonnungsverhältnisse für städtisches Wohnen vertretbar“.