Evakuierung

Bleichertwiete: Häuserecke eingestürzt

Das Haus an der Bleichertwiete 8 stürzte an einer Seite ein.

Das Haus an der Bleichertwiete 8 stürzte an einer Seite ein.

Foto: Christoph Leimig, / Christoph Leimig

Bergedorf. Ursache für den Teileinsturz des Wohnhauses unklar. Betroffene Familie wird vom Bezirksamt im Hotel untergebracht.

Schock am Sonnabend für die Bewohner des Hauses an der Bleichertwiete 8: Aus bislang ungeklärter Ursache stürzte um 22.22 Uhr ein Teil ihres Hauses ein. Das Mauerwerk im Erdgeschoss auf der Seite zur Rudolf-Steiner-Schule hin brach weg und legte einen Teil des Kellers frei. Verletzt wurde niemand, da die Bewohner und Eigentümer des Hauses – eine fünfköpfige Familie – sofort nach draußen rannten und die Feuerwehr alarmierten. Sie fürchteten, der Bau würde komplett einstürzen.

Zwar kippten keine weiteren Mauerteile um. Doch Mitarbeiter des Bauprüfamts und Statiker haben das Haus noch in der Nacht für unbewohnbar erklärt. Zudem wurden Gas und Strom wegen Explosionsgefahr abgeschaltet.

Bei den Bewohnern handelt es sich um eine Familie aus Syrien mit drei Kindern. Sie durften zunächst nicht wieder in ihr Haus zurückkehren, ebenso wie die Bewohner zweier Wohnungen aus Haus Nummer 4, das direkt an das Einsturzgebäude anschließt. Sie kamen bei Angehörigen unter, die Familie aus Syrien wurde vom Bezirksamt in einem Hotel untergebracht.

Die Ursache des Einsturzes blieb auch gestern unklar. Aktuell befindet sich auf dem Nachbargrundstück eine große Baustelle, dort wurde kürzlich das Gebäude einer Tischlerei abgerissen. „Doch das können wir als Auslöser ausschließen“, sagte Bezirksamtsleiter Arne Dornquast, der sich gestern die Unglücksstelle ansah.

Möglicherweise hätten Sanierungsarbeiten eine Rolle gespielt: „Da verläuft vor dem Haus ein ein Meter tiefer Graben bis zur Einsturzstelle“, beschreibt Dornquas die offenbar wenig fachmännisch angelegte Drainage. „So kann es sein, dass dadurch das Fundament in Bewegung geraten ist.“

Trümmer der eingestürzten Hausecke haben auch einen Zaun der benachbarten Rudolf-Steiner-Schule beschädigt und fielen auf das dortige Gelände. Den Unterricht an der Schule soll dies aber nicht beeinflussen, nur der hintere Teil des Schulhofs bleibe bis auf weiteres abgesperrt.

Bauexperten wollen sich am heutigen Montag das beschädigte Haus näher ansehen und prüfen. Viel Hoffnung für das um 1900 erbauten Gebäude hatte Bergedorfs Verwaltungschef Dornquast gestern allerdings nicht – es sehe nach Abriss aus: „Auf den ersten Blick ist das Gebäude hinüber. Wir werden uns aber in jedem Fall um die obdachlos gewordene Familie kümmern“, versprach er.