Umzug nach Oberbillwerder

Die HAW zieht ins Bahnquartier

Das Bahnquartier (Kreis) liegt in Oberbillwerder direkt beim S-Bahnhof Neuallermöhe. Innerhalb dieses Quartiers sind vier Standorte denkbar.

Das Bahnquartier (Kreis) liegt in Oberbillwerder direkt beim S-Bahnhof Neuallermöhe. Innerhalb dieses Quartiers sind vier Standorte denkbar.

Foto: Foto: / IBA

Vier Standorte sind innerhalb dieses Areals denkbar. Zudem soll es in der neuen HAW weitere Studiengänge geben.

Lohbrügge.  Die Umzugspläne der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) von Lohbrügge nach Oberbillwerder waren ein Paukenschlag – aber einer, der nicht nur gut ankam: Bezirkspolitiker fühlen sich von der Idee massiv überrumpelt. Nun wurde im Stadtentwicklungsausschuss die Kritik an der Informationspolitik von Bezirksamt und Quartiersentwickler IBA erneuert. Gleichzeitig wurde aber deutlich: Den Umzug der HAW von Lohbrügge nach Oberbillwerder sehen viele Bezirkspolitiker als Chance für die Hochschule. Und dass IBA-Chefin Karen Pein bereits Ideen für einen Standort nennen konnte, stieß auf Interesse.

Campus könnte am „grünen Loop“ liegen

„Wir sind uns alle sicher, dass wir über das Bahnquartier von Oberbillwerder sprechen“, stellte sie im Ausschuss fest. Es soll direkt auf der nördlichen Seite des S-Bahnhofs Allermöhe liegen. Innerhalb des Bahnquartiers kämen wiederum vier Standorte in Frage, erläuterte die IBA-Chefin. In drei verschiedenen Varianten würde sich der Campus rund um den „grünen Loop“ gruppieren, der sich als grünes Band durch den Stadtteil zieht. Mal wäre die HAW beidseitig, mal nur südlich dieser Grünfläche. Eine vierte Variante sieht den Campus weiter östlich, an der zentralen Achse, die Oberbillwerder von Süd nach Nord durchziehen soll.

Das alles sind aber nur erste Überlegungen. Sicher ist: In Oberbillwerder soll gelingen, was in Lohbrügge nie glückte: Die Studenten auch im Stadtteil zu halten und nicht nur zwischen S-Bahn und Campus pendeln zu lassen. „Der neue Campus muss sich städtebaulich einfügen, funktional verwoben sein und sich großzügig öffnen“, stellte Karen Pein fest. Es brauche Angebote in der Nähe, die Studenten interessieren. „Ein Stadtteil braucht Menschen, die sichtbar sind, und Studierende beleben das Stadtbild“, sagte sie.

Nicht ein, sondern mehrere Gebäude erwünscht

Auch deshalb wünscht sich die HAW „keinen monolithischen Bau, sondern einen zergliederten“, sagte Prof. Dr. Micha Teuscher, Präsident der Hochschule. Also keinen Klotz, sondern viele kleinere Gebäude, zwischen denen sich die Studenten bewegen.

Deren Zahl (derzeit 3800) soll weiter wachsen. Für den Gesundheitscampus sind neuen Studiengänge denkbar, konkret Hebammenwissenschaft, Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie. Bisher seien das aber nur Überlegungen: Konkrete Starttermine gebe es nicht, weil dafür die Rahmenbedingungen noch zu unsicher seien, heißt es.