Künstlertalent

Auch Wolfgang Joop mag Paulinas Bilder

Ihr Lieblingsmotiv sind Frauen, hier zum Beispiel beim Haareschneiden: Paulina Kubiak (16).

Ihr Lieblingsmotiv sind Frauen, hier zum Beispiel beim Haareschneiden: Paulina Kubiak (16).

Foto: Anne Strickstrock / BGZ / Anne Strickstrock

Bergedorf. Die 16 Jahre alte Paulina Kubiak hat einen sehr prominenten Fan. Nun können ihre malerischen Werke im Haus im Park betrachtet werden.

Bergedorf.  An den Perspektiven müsse sie noch feilen, und Hände könne sie auch nicht so gut malen. Aber Modedesigner Wolfgang Joop lobte immerhin ihre Kompositionen – und kaufte ihr prompt drei Bilder ab. „Das war natürlich ein Glücksfall“, meint die 16-jährige Paulina Kubiak aus Lohbrügge. Sie male zwar von klein auf, aber erst vor zwei Jahren habe sie einen richtigen Malkursus in Bergedorf besucht, Kontraste und Farbgebung gelernt: „Meinen Stil habe ich zwar noch nicht festgelegt, aber es geht doch stark ins Surrealistische. Das ist nicht so langweilig wie die Realität.“

Selbstbewusst bot sie online bei ebay Auftragsarbeiten an. So meldete sich ein Mann aus Potsdam, der gern ein Porträt der schwedischen Schauspielerin Kristina Söderbaum (1912–2011) haben wollte. „Und dann bat er mich um weitere Fotos meiner Bilder, die er an Wolfgang Joop weiterschickte, den er wohl aus seiner Studienzeit kennt“, erzählt Paulina. Wenig später fuhr sie mit ihrer Mutter nach Potsdam, wo sich der Designer drei Werke aussuchte.

Ein richtiges Malzimmer daheim

Eines heißt „Teetrinken mit Freunden“ – obwohl die meisten gar keine Titel haben: „Ein Titel manipuliert doch die Wirkung“, meint die junge Künstlerin, die tatsächlich ihr Talent zum Beruf machen will: „Kunst erscheint zwar zukunftslos und instabil, aber zum Glück unterstützen mich meine Eltern. Und seitdem meine Schwester ausgezogen ist, habe ich sogar ein richtiges Mal-Zimmer.“

Schon früh seien ihre Bilder aufgefallen, erzählt Mutter Natalia Kubiak: „Die Kindergärtner haben Paulina immer sehr gelobt, vor allem, wenn sie einfach nur Tiere malte.“

Bloß kein Postkartengefühl

Etwa zehn Bilder sind jetzt im Haus im Park am Gräpelweg zu sehen, wo heute um 11.30 Uhr die Vernissage beginnt. „Und dann bin ich gespannt, was die Betrachter dazu sagen, das inspiriert mich immer“, sagt Paulina Kubiak, die vor allem Frauen malt, die essen, rauchen, sich die Haare schneiden – oder auch mal mit einem Staubsauger über den Rasen laufen. Spiegelscherben werden ebenso wie Zeitungsartikel in die Collagen eingefügt. Jedenfalls ist sie von freier Fantasie gelenkt: „Ich male ungern ab, das gibt so ein Postkartengefühl.“

Dass sie am liebsten von morgens bis abends malt, sich auf die Ferien freut und keine anderen Hobbys hat, sei typisch für ihre Passion: „Auch wenn ich traurig oder wütend bin, vor allem in leidenschaftlichen Situationen kann ich meine Wünsche gut auf Leinwand ausdrücken.“

Ihre erste Ausstellung ist eingebunden in die „Klangbilder von Jung und Alt“ – ein Musiktheaterprojekt mit dem Hansa-Gymnasium. „Das Lehrer-Ehepaar Solinsky und unser Kunstdozent Rainer Heckel haben mit den Teilnehmern gemeinsam Musik gehört und gemalt. Das wurde jetzt verbildlicht und wird bis zum 4. Oktober bei uns im Foyer ausgestellt“, sagt Dorothea Kerrutt vom Veranstaltungsmanagement.