Hasse-Aula

Denkmal-Tag: Spendentrommeln für alte Orgel

Kirchenmusikerin Uta Leber (l.) liebt die pneumatische Orgel. Unterdessen trommeln Claudia Messner und Thomas Schramm für Spenden zur Sanierung.l

Kirchenmusikerin Uta Leber (l.) liebt die pneumatische Orgel. Unterdessen trommeln Claudia Messner und Thomas Schramm für Spenden zur Sanierung.l

Foto: Anne Strickstrock / BGZ / Anne Strickstrock

Bergedorf. Am Tag des Offenen Denkmals werden Hasse-Aula und die zugehörige Orgel gezeigt. Sanierungskonzept verteilt sich auf viele Schultern.

Bergedorf. Sie schwärmt von diesem „weichen, streichenden Klang“, möchte am liebsten nur spätromantische Lieder spielen, sagt Kirchenmusikerin Uta Leber: „Hoffentlich kann diese besondere Orgel mit ihren zehn Registern gut restauriert werden.“ Das 1909 erbaute Schätzchen in der Hasse-Aula wird pneumatisch in Gang gesetzt: „Unter jeder Pfeife ist eine Lufttasche aus teils brüchigem Leder. Wenn ich eine Taste drücke, strömt die Luft heraus, kann ein Ton erklingen“, erklärt Uta Leber. Kindern zeigt sie das System mit einem Blasebalg – so etwa am Tag des offenen Denkmals, dem 8. September.

Zwischen 11.30 und 16 Uhr gibt es an diesem Sonntag Orgel-Vorführungen, um auf das 200.000 Euro teure Sanierungsprojekt aufmerksam zu machen: „Wir sind guter Hoffnung, dass die Hälfte über das Bundes-Denkmalschutz-Programm finanziert werden kann“, sagt Thomas Schramm, Geschäftsleiter der Rudolf-Steiner-Schule, die die Hasse-Aula per Erbbauvertrag von der Stadt übernommen hat. Die 1909 in der damaligen Stadtteilschule eingeweihte Aula (335 Plätze) soll eben­-
falls modernisiert werden. Um 13 und 15 Uhr erfahren Besucher, wie „der alte Charme in die Neuzeit übertragen“ werden könnte – wenn vier Millionen Euro fließen.

Hoffnung auf Rise und andere finanzielle Mittel

Geplant ist, das Ensemble auch für Gehbehinderte erreichbar zu machen. Dazu soll es hinter dem Haus einen dreigeschossigen Anbau mit etwa 450 Quadratmetern geben – mit Aufzug. Dazu kommen Foyer, sanitäre Anlagen. Garderoben, Lager und Künstlerräume hinter der Bühne. „So kann die Aula selbst weitestgehend unangetastet von Bauarbeiten bleiben,“, sagt Stadtteilentwicklerin Claudia Messner, die zur Hälfte auf eine Finanzierung durch das Rise-Programm setzt.

Die anderen zwei Millionen Euro sind hart erkämpft: „Zwei SPD-Bundestagsabgeordnete sehen 450.000 Euro in Berliner Fördertöpfen“, freut sich Schramm, dessen Schule zudem 500.000 Euro an Eigenmitteln beisteuert. Weitere Augen richten sich auf den Sanierungsfonds der Bürgerschaft, der 500.000 Euro ermöglichen kann. Stiftungen sowie Spenden der Bergedorfer könnten es schaffen, dass im Sommer 2020 erste Bauarbeiter mit der knapp zweijährigen Arbeit beginnen.