Bergedorfer Kreation

Eine Flamme für die superreiche Elite

Das Bergedorfer Feuerzeug von Oliver Kaps vorm Eiffelturm.

Das Bergedorfer Feuerzeug von Oliver Kaps vorm Eiffelturm.

Foto: Foto / Kaps

Autobauer Oliver Kaps hat für die Luxusfirma S.T. Dupont ein Feuerzeug entworfen. Preis: 29.000 Euro.

Bergedorf. Eine Jacht, ein paar große Villen und Autos, limitierte Luxushandtaschen und ein paar fette Klunker: Das hat doch wirklich jeder – also, zumindest jeder Multimillionär. Wer da herausstechen möchte, muss sich schon etwas Besonderes einfallen lassen. Und könnte nun dank eines Bergedorfers wohl auch die elitärste Clique beeindrucken.

Die Basis: menschliche Elemente aus Haaren

Denn Oliver Kaps – eigentlich ein erfolgreicher Autobaukünstler mit Werkstatt an der Randersweide – kreiert jetzt im Auftrag der Luxusmarke S.T. Dupont Feuerzeuge. Nicht irgendwelche wohlgemerkt, sondern für die Reihe Haute Création Einzelstücke, die schon mal 29.000 Euro und mehr kosten können. Das Prinzip: ein Feuerzeug, kreiert auf der Basis menschlicher Elemente (elementare DNA).

Dass es dazu kam, verdankt Oliver Kaps wohl seinem Ruf als kreativer Autobauer, der in seiner „Wagenbauanstalt“ aus alten Fahrzeugen edle Fantasiemodelle baut – und viel mit Edelmetallen und Lacken experimentiert. So ist er auch häufig auf Society-Events unterwegs. „Da bin ich dann mit der Deutschlandchefin von S.T. Dupont ins Gespräch gekommen“, erzählt er.

Die Pariser Firma bietet Luxusaccessoires an, darunter auch Feuerzeuge in einer Preisspanne von circa 60 bis zu mehreren Hunderttausend Euro. In der Reihe Haute Création trifft Kunst auf Handwerk, können Designer Prototypen des Feuerzeugs selbst gestalten. Auch Oliver Kaps durfte ein Projekt einreichen – und stieß bei den Franzosen mit seiner Lackidee sofort auf Begeisterung.

Sogar Lacke aus Meteoritenstaub gibt es

„Es gibt Lacke aus allem möglichen – aus Meteoritenstaub, Silberpartikeln, Diamanten“, stellt Kaps fest. Für ein Auto ist das aber meist zu teuer, denn die Mengen sind zu groß. Aber für ein Feuerzeug? Genau richtig. Kaps bestellte sich Rohlinge von S.T. Dupont, machte sich an die Arbeit. Seine Idee: ein personalisiertes Feuerzeug auf Basis menschlicher Elemente.

„Es gibt eine Firma, die stellt aus zehn Gramm Haaren synthetische Rubine oder Saphire her“, weiß er. So ein Edelstein kostet bereits einige Tausend Euro. Zehn von zwölf menschlichen Elementen werden aus den Haaren oder auch der Asche extrahiert (nicht alle, um ein Klonen auszuschließen, heißt es) und zu einem roten Rubin oder blauen Saphir verarbeitet. Der Stein wird zertifiziert, später zermahlen und so zur Basis eines Lacks.

36 Schichten Lack sind notwendig

Hier endet die Prozedur aber noch lange nicht. „Um ein Feuerzeug zu lackieren, brauche ich etwa 15 Tage“, sagt der 37-Jährige. Denn 36 Schichten Lack sind notwendig und täglich fünf Stunden in der Brennkammer, um den Lack zum Funkeln zu erwecken. Der Glitzereffekt, der am Tag bei direkter Lichteinstrahlung auftritt, ist auch bei Nacht zu sehen: Das Feuerzeug leuchtet im Dunkeln.

Seit August erst kann das Feuerzeug laut Oliver Kaps bei S.T. Dupont bestellt werden – entsprechend gibt es noch keinen Überblick über die Nachfrage. Ein asiatischer Multimillionär habe sich aber einen Prototyp zur Ansicht kommen lassen, sagt der Bergedorfer. Das Ganze hat auch seinen Preis: 29.000 Euro und drei Monate Lieferzeit für das Feuerzeug, 39.000 Euro, wenn es auch noch eine vergoldete Helix dazu sein soll, auf der das Feuerzeug thront.

Offizielle Präsentation an der Elbe

„Eine schöne Sache, um es seinen Kindern zu vererben“, sagt Oliver Kaps, der zur offiziellen Präsentation seiner Reihe im Juli viele namhafte Kunden an die Elbe einladen durfte. Der dreifache Vater selbst wird damit wohl nicht reich, hat aber einfach Spaß am Gestalten. Vor allem an seinen Autos, an denen er teils ein Jahr lang werkelt, ehe sie verkauft werden können.