Eichbaumpark

Wutzrock-Spaß wie immer laut, schräg - und nass

Buntes Publikum vor der kleinen Seebühne mit den Punkrockern von der Band Arm & Dämlich mit Sänger Jonezy: Punker, Alternative, Zuhörer mit Rasta-Locken und Kopfbedeckungen aller Art.

Buntes Publikum vor der kleinen Seebühne mit den Punkrockern von der Band Arm & Dämlich mit Sänger Jonezy: Punker, Alternative, Zuhörer mit Rasta-Locken und Kopfbedeckungen aller Art.

Foto: Gabriele Kasdorff

Allermöhe. Laut den Veranstaltern feierten etwa 15.000 Besucher umsonst und draußen. Das 41. Wutzrock-Festival sorgte für gute Stimmung.

Allermöhe. Der Regen prasselte auf die Köpfe und die vielen fest verschlossenen kleinen Zelte bei der Eröffnung des faszinierend friedlichen Wutzrock-Festivals. Das tat jedoch der Begeisterung der Besucher keinerlei Abbruch, denn alles war perfekt organisiert.

Die Anfahrt klappte prima, die Ordner baten zuvorkommend um Einsicht in allzu große Rucksäcke. Vom Softeis bis zum Burger boten die Standbetreiber alles an, was das Herz der Festivalbesucher begehrt.

Schrille Outfits, sexy Ladies

Der Andrang war von der ersten Minute an vor den beiden Bühnen gewaltig. Punks und Rocker in kreativ-schrillen Outfits, sexy Ladys, dazu Familien und durchaus auch ältere Musikbegeisterte tanzten, klatschten und tranken.

Ein steter Wechsel Musikbegeisterter zwischen der großen Elbbühne und der kleineren Seebühne sorgte für ein immer wieder neu zu eroberndes Publikum durch die Musiker. Das geschah auf den Bühnen in recht unterschiedlicher Weise.

„Ich kann nicht aus meiner Haut“

Auf der Elbbühne heizte Frontfrau Lina Groth von Fuxx dem Publikum mit ihrer röhrenden Stimme und energiegeladenem Rock so richtig ein, unter anderem mit dem Song „Ich kann nicht aus meiner Haut“.

Lukas Schilling an der Gitarre, Schlagzeuger Stephan Becker und Bassist Eiko Hönig ließen die Boxen dröhnen. Begeisterter Applaus und Zugabe-Rufe waren der Lohn nach 90 Minuten herausragender, emotionaler Rockmusik.

Fans werfen Geld auf die Bühne

Dennoch gab es naturgemäß eine räumliche Distanz zu den Fans – ganz anders auf der kleinen Seebühne. Dort wurde Sänger Jonezy von der Punkrockband Arm & Dämlich mehrfach von Fans berührt, er posierte mit schrägem Gesichtsausdruck, manchmal jedoch auch charmant lächelnd, für diverse Selfies.

Die Texte sind heftig, stark und deutlich, die Musik laut und durchdringend. Arm & Dämlich (das sind neben dem Sänger auch Drummer Coco, die Gitarristen Marek und Micha, Bassist Kolle und an der Trompete Oscar) haben intensiven Kontakt zu den Fans vor der Bühne, die bei dem Song „Geld“ nach Aufforderung Geldstücke auf die Bühne warfen. Eine irre Show, die allen Spaß machte, Musikern wie Fans.

Ehrenamtliche Helfer seit Jahren treu

Darunter sind auch Katharina Przybylski (30) mit Söhnchen Levin (2) und Freundin Vanessa Rautenberg (31) mit ihrem Sprössling Bo (2). Beide kennen die Band aus dem Bergedorfer Jugendzentrum „Unser Haus“ kennt: Dort haben die großen Jungs ihren Proberaum.

Die kleinen Jungs unterdessen spielen fröhlich und mit großen Ohrenschützern zwischen all dem schrägen Volk, werden von den Müttern durch die Luft gewirbelt und haben sichtlich Freude. Przybylski: „Ich helfe bei Wutzrock schon seit ich 14 Jahre alt bin“, Vanessa Rautenberg ergänzt lachend: „Ich bin acht Jahre dabei, mein Bo bereits zum dritten Mal.“

Unwetter bleibt zum Glück aus

Sabine Vielhaben, Mitorganisatorin der 41. Auflage des legendären Wutzrock-Festivals, resümiert: „Wir hatten ein besonders ruhiges Aprilwetterfestival mit ausschließlich positivem Feedback. Trotz vorsorglicher Maßnahmen und entsprechenden Durchsagen blieb das Unwetter aus. Mit wieder 15.000 Besuchern sind wir sehr zufrieden.“