Zwei Wochen nach der Tat

Bewegende Trauerfeier für den getöteten Dennis K.

Letztes Geleit: Der Trauerzug bewegt sich von der Kapelle I zum Grab auf dem Bergedorfer Friedhof.

Letztes Geleit: Der Trauerzug bewegt sich von der Kapelle I zum Grab auf dem Bergedorfer Friedhof.

Foto: / bgz

Bergedorf. Mutter und Lebensgefährtin richten unter Tränen letzte Worte an den Toten. Die Tat mache sie „fassungslos“, sie sei „unbegreiflich“.

Bergedorf. Der Sarg wurde von sechs Freunden zum Grab getragen. Mehr als 150 Gäste ließen die Kapelle I auf dem Bergedorfer Friedhof aus den Fugen platzen: Unter großer Anteilnahme wurde Dennis K. († 26) gestern Mittag nach einer bewegenden Trauerfeier auf dem Bergedorfer Friedhof beigesetzt.

Tödliche Kugeln auf dem Lohbrügger Markt

Unter Tränen richteten Mutter und Lebensgefährtin letzte Worte an den gebürtigen Bergedorfer, der genau zwei Wochen zuvor auf dem Lohbrügger Markt von zwei Kugeln tödlich verletzt wurde. „Fassungslos“ seien sie bis heute, die Tat bleibe für sie „unbegreiflich“ und „sinnlos“.

Mordkommission ermittelt noch immer

Die Polizei geht von einem Streit um Drogengeld aus. Der Schütze, der 28-jährige Salman A., stellte sich noch am Abend der Tat in der Bergedorfer Polizeiwache und sitzt seither in Untersuchungshaft. Die Rolle zweier russischer Begleiter (42/44) liegt offenbar weiter im Unklaren. Die Mordkommission ermittelt noch, hat den Fall bisher nicht der Staatsanwaltschaft übergeben.

Beamte in Zivil unter den Gästen

Von diesen Hintergründen war bei der teils auf Polnisch, teils auf Deutsch gehaltenen Trauerfeier nichts zu spüren. Eine mögliche Rache, über die im Vorfeld spekuliert wurde, hatte die Polizei als unwahrscheinlich eingeschätzt.

Auch weil der Bruder des Opfers mehrfach sein Vertrauen in die Justiz betont und eine Verwicklung ins Drogengeschäft abgestritten hatte. Trotzdem waren zur Sicherheit mehrere Beamte in Zivil unter den Trauergästen.

Tatort ist Gedenkstätte geworden

Das mit durchschnittlich etwa 30 Jahren junge Publikum in der Kapelle entsprach dem, das sich seit zwei Wochen regelmäßig abends am Tatort direkt vor dem Kinderkulturhaus Kiku auf dem Lohbrügger Markt trifft.

Hunderte Windlichter, Kerzen und unzählige Blumen, die immer wieder erneuert werden, schmücken den Fußweg auf gut zwei Metern Breite. In der Mitte: ein Bild des Toten; am Zaun: Schals und Banner mit polnischer Aufschrift.

Kerzenmeer auf Lohbrügger Markt

Das Ausmaß der Trauer wird respektiert: Obwohl der Lohbrügger Markt ein begehrter Parkplatz ist, bleiben die Stellplätze vor dem Kerzenmeer stets leer – vielleicht auch aus Angst vor Beschädigungen, wenn ein Auto dem Gedenken an Dennis K. zu nahe kommt.

Rüder Ton gegen Markthändler

Unfreundliche Begegnungen hatten derweil schon einige der Markthändler. Sie beschweren sich über den rüden Ton der jungen Leute ihnen gegenüber, wenn sie jeweils mittwochs und sonnabends ihre Stände für den Wochenmarkt eben auch vor dem Kerzenmeer auf- oder abbauen.