Verzögerungen

Schuttberg blockiert Bau des Körber-Hauses

Noch immer liegt der Bauschutt des alten Lichtwarkhauses auf der Logistik-Fläche am Sander Damm, wo eigentlich die Materialien für den Neubau angeliefert werden sollen.

Noch immer liegt der Bauschutt des alten Lichtwarkhauses auf der Logistik-Fläche am Sander Damm, wo eigentlich die Materialien für den Neubau angeliefert werden sollen.

Foto: Ulf-Peter Busse

Bergedorf. Laut Bauherr lässt die Schadstoff-Klassifizierung der Lichtwarkhaus-Reste auf sich warten. Eröffnung Körber-Haus dennoch Ende 2020.

Bergedorf. Es will nicht so recht vorangehen mit dem Bau des Körber-Hauses. Die Baustelle des gut 25 Millionen Euro teuren Kulturzentrums mit Theater, Bücherhalle, großem Saal und diversen Räumlichkeit für Awo und Haus im Park scheint brach zu liegen – obwohl Bezirksamtsleiter Arne Dornquast es zum wichtigsten Projekt seiner zweiten Amtszeit erklärt hat.

Auf der Baustelle tut sich nichts Sichtbares

Sieben Wochen sind seit seinem symbolischen ersten Spatenstich vergangen, doch auf der Baustelle zwischen Einkaufszentrum CCB und H4-Hotel tut sich nichts, zumindest nichts Sichtbares.

Schlimmer noch: Die Reste des längst per Schiff über den Schleusengraben bis zum Sander Damm abtransportierten Bauschutts vom abgebrochenen Lichtwarkhaus blockieren weiter die dortige Logistik-Fläche. So können die über diesen Platz anzuliefernden Materialien für den Neubau nicht bereitgelegt werden.

Bauherr Sprinkenhof GmbH gibt sich entspannt

Die städtische Sprinkenhof GmbH, die den Neubau für Bezirksamt und Körber-Stiftung errichtet, sieht das entspannt. „Der Abtransport des verbliebenen Schuttbergs hat sich aufgrund notwendiger Beprobungen zur Schadstoff-Klassifizierung und fehlender Kapazitäten der Deponien verschoben“, heißt es auf Nachfrage unserer Zeitung. Dennoch gehe man „zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, diese geringfügige Verzögerung im weiteren Bauablauf einholen zu können“. Ziel ist demnach weiterhin, das Körber-Haus zum Jahreswechsel 2020/2021 einweihen zu können.

Spundwände erhalten neue Verankerung

Auf der Baustelle selbst wird laut Sprinkenhof derzeit an der Neuverankerung der Spundwände vom Schleusengraben gearbeitet. Wurden sie bisher über stählerne Anker im Fundament des Lichtwarkhauses gehalten, würden jetzt andere Halterungen gebaut. „Anschließend folgen die Abbrucharbeiten der Bestandssohle, bevor die Pfahlgründungen für den Neubau in den Boden eingebracht werden und anschließend der Rohbau des Körber-Hauses beginnt“, schreibt die Sprinkenhof.

Archäologen legen Baustelle ab Oktober lahm

Ab Oktober wird dieser Ablauf aber eine erneute Zwangspause unbestimmter Länge einlegen müssen: Dann haben sich die Archäologen der Hamburger Bodendenkmalpflege angesagt: Auf der Fläche rund um das alte Lichtwarkhaus werden Spuren der ersten Bergedorfer Siedler vermutet, die hier vor 5000 Jahren auf einer Sandbank im Bille-Mündungsdelta vom Fischfang lebten.