Grosser Refraktor saniert

Neue Attraktion in der Sternwarte auf dem Gojenberg

Johannes Kahrs (MdB), Bezirksamtsleiter Arne Dornquast, Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank, Ex-Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach, Kultursenator Carsten Brosda und MdB Metin Hakverdi (v. li.).

Johannes Kahrs (MdB), Bezirksamtsleiter Arne Dornquast, Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank, Ex-Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach, Kultursenator Carsten Brosda und MdB Metin Hakverdi (v. li.).

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Bergedorf. Reichlich Polit-Prominenz hat die erfolgreiche 3,2-Millionen-Euro-Sanierung gefeiert. Basis für neue Welterbe-Bewerbung?

Bergedorf. . So viel politische Prominenz hat die Sternwarte seit Jahren nicht erlebt: Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne), Kultursenator Carsten Brosda (SPD), die Bundestagsabgeordneten Metin Hakverdi und Johannes Kahrs (beide SPD) sowie Ex-Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach (CDU) waren dabei, als gestern der Große Refraktor, das imposanteste der Kuppelgebäude, nach einer 3,2-Millionen-Euro-Sanierung neu eröffnet wurde.

Größtes Linsenteleskop in Deutschland

„Dieses Schmuckstück hat uns sehr lange gefehlt“, verwies Sternwarten-Direktor Prof. Dr. Robi Banerjee in seiner Begrüßung auf die Bedeutung des gut 100 Jahre alten, mit neun Metern Länge und 60 Zentimetern Objektivdurchmesser größten Linsenteleskops in Deutschland. Der Besuchermagnet war mehr als vier Jahre geschlossen. Banerjee nutzte die Gelegenheit, vor den gut 100 geladenen Gästen auf das noch immer fehlende Seminargebäude hinzuweisen, das die Astrophysiker eigentlich noch viel dringender brauchen.

40.000 Besucher pro Jahr

Die neue Aufmerksamkeit auf Landes- und Bundesebene kann die Sternwarte gut gebrauchen, soll doch auch ein ganz anderer Traum neu belebt werden: Die Bewerbung als Weltkulturerbe. Tatsächlich durchzog das ehrgeizige Projekt fast alle Ansprachen und Gespräche, gilt der Große Refraktor doch als Hebel, die bereits auf 40.000 Besucher pro Jahr gewachsenen Besucherzahlen des verträumt und abseits auf dem Gojenberg gelegenen Observatoriums noch weiter zu steigern. Denn tatsächlich ist das ebenso imposante wie betagte Instrument vor allem von musealem Wert.

Begeisterung für Astrophysik

„Der Große Refraktor ist Symbol in doppeltem Sinne“, sagte Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank. „Er steht für die Verbindung von Forschung und Lehre mit dem Wissenstransfer, also der Begeisterung der Menschen für die Astrophysik. Und gleichzeitig ist seine Sanierung nur gelungen, weil Bundes-, Landes- und Bezirkspolitik gemeinsam mit den jeweiligen Verwaltungen eng zusammengearbeitet haben.“

Basisarbeit für neue Weltkulturerbe-Bewerbung

Genau das braucht auch eine erneute Bewerbung um den Titel als Weltkulturerbe, die 2012 völlig überraschend an der Kultusministerkonferenz gescheitert war. Ein Rückschlag, der damals dazu führte, dass das Projekt versandete und heute einen ganz neuen Anlauf braucht, wie Kultursenator Carsten Brosda weiß: „Die damaligen Fans dieses Projekts sind nicht mehr im Amt. Es braucht also wieder Basisarbeit. Und wir sind bereit, sie zu leisten – auch mit Argentinien, das damals wie heute mit seiner Sternwarte in La Plata eine gemeinsame Bewerbung um den Titel anschieben soll.“