Abtransport

Lichtwarkhaus wird Unterbau für Straßen

Nicht wiederzuerkennen: Dieser Schuttberg gleich neben der Schleusengraben-Brücke des Sander Damms war mal das Lichtwarkhaus.

Nicht wiederzuerkennen: Dieser Schuttberg gleich neben der Schleusengraben-Brücke des Sander Damms war mal das Lichtwarkhaus.

Foto: Ulf-Peter Busse

Zwischengelagerte Reste des Lichtwarkhauses landen auf Recyclinghof. Komplizierte Vorbereitung des Körber-Haus-Neubaus angelaufen.

Bergedorf. . Das satte Grün der Bäume verdeckt die Sicht auf die traurigen Überbleibsel eines Stücks Bergedorfer Kulturgeschichte: Gleich neben der Schleusengraben-Brücke des Sander Damms lagern seit einigen Wochen die Reste des abgerissenen Lichtwarkhauses in Form grauer Schutt-Berge. Noch in dieser Woche soll laut der städtischen Immobiliengesellschaft Sprinkenhof der Abtransport beginnen.

Abtransport dauert drei Wochen

Drei Wochen veranschlagen die Experten für die Leerung des Zwischenlagers. War der Schutt bis hier mit Schuten über den Schleusengraben gebracht worden, rollen nun Lkw an. Sie bringen den Großteil zu Recyclinghöfen, die die Reste des 1961 eröffneten Lichtwarkhauses unter anderem zum Unterbau von Straßen machen. Nur ein kleiner Teil muss wegen Schadstoffbelastung deponiert werden.

Körber-Haus soll 2021 eröffnen

Während am Sander Damm der Abtransport läuft, haben auf dem alten Lichtwarkhaus-Gelände bereits die Vorbereitungen für den Bau der Körber-Hauses begonnen, in dem vom Frühjahr 2021 an unter anderem das Haus im Park, die Awo, die Bücherhalle und ein komplettes Theater mit 600 Plätzen unterkommen sollen.

Komplizierte Verankerung der Spundwände

„Als nächstes steht die Neuverankerung der grundstückseinfassenden Stahlspundwände zum Schleusengraben an“, sagt Angela Zimmer von der Sprinkenhof. Dabei handelt es sich um eine technisch sehr komplizierte Maßnahme, war doch das gesamte Ufer bisher direkt mit den Lichtwarkhaus-Fundamenten verbunden.

Archäologen kündigen Besuch an

Anschließend werden Pfähle in den Untergrund getrieben, auf denen der Neubau ruhen soll. Bevor jedoch der Neuaushub für den Keller des Körber-Hauses beginnt, werden Archäologen zum Einsatz kommen: Hamburgs Bodendenkmalpfleger wollen das Areal genau unter die Lupe nehmen, gilt es doch als Ort der ersten Siedlung auf Bergedorfer Boden vor mehr als 5000 Jahren. Wie lange sie dafür brauchen, ist offen. Bezirksamtssprecher Dr. Sebastian Kloth gibt sich optimistisch: „Wir gehen von einer Grundsteinlegung im Herbst dieses Jahres aus.“

Baumaterial-Lager am Schleusengraben

Alles Material für den Neubau wird übrigens auch über den Schleusengraben angeliefert – von der jetzigen Schuttdeponie aus. Die muss also schnell verschwinden und Platz machen für das anschließend hier einzurichtende Baumaterial-Lager.