Holzhude

CDU fordert Baustopp für das Körber-Haus

Treppenstufen zum neuen Körberhaus können Gehbehinderten den Zuweg erschweren.

Treppenstufen zum neuen Körberhaus können Gehbehinderten den Zuweg erschweren.

Foto: Thomas Voigt

Bergedorf. Der Spatenstich ist schon am Dienstag - aber wurde das neue Körberhaus auch für Gehbehinderte gut geplant?

Bergedorf.  Der feierliche erste Spatenstich ist für die kommende Woche terminiert. Am Dienstag um 10.30 Uhr greifen Körber-Stiftung-Chef Dr. Lothar Dittmer, Bezirksamtsleiter Arne Dornquast und Sprinkenhof-Geschäftsführer Martin Görge an der Holzhude gemeinsam zum Spaten. Unterdessen hat die Bergedorfer CDU jetzt öffentlich einen Baustopp für das Körber-Haus gefordert.

Finanzielles „Ende der Fahnenstange“

„Da die jetzt veranschlagten 25 Millionen Euro die ursprüngliche Vereinbarung schon um ein Viertel übersteigen, ist für uns finanziell das Ende der Fahnenstange erreicht“, erklärt CDU-Fraktionsmitglied André Wegner. „Weitere kostenträchtige Probleme dürfen nun nicht mehr auftauchen.“

Darf ein schweres Müllfahrzeug auf die Tiefgarage?

Genau dies ist nach Worten von Fraktionskollege Jörg Froh aber der Fall. So seien bisher keine Parkplätze für Behinderte, Taxen und Transportfahrzeuge eingeplant. Da das Körber-Haus praktisch die gesamte Grundstücksfläche in Anspruch nehme, müsste darauf entweder verzichtet oder Flächen angemietet oder angekauft werden. „Außerdem müssen schwerer Lieferverkehr und auch die Müllabfuhr über die Tiefgarage des benachbarten Hotels fahren, wo es eine Belastungsobergrenze von etwa 13 Tonnen gibt“, sagt Froh. „Ein Müllfahrzeug wiegt aber schon 20 bis 24 Tonnen.“ Es seien daher kostenträchtige bauliche Veränderungen zu befürchten.

Barrierefreie Brücke

Die Zahl 13 Tonnen hatten CDU und Linke im Stadtentwicklungsausschuss von Baudezernent Uwe Czaplenski erfragt. Doch offenbar gab es hier ein Verständigungsproblem. „Die zugelassene Belastung auf der Tiefgaragen-Decke liegt bei 30 Tonnen“, korrigierte jetzt Dornquast auf bz-Nachfrage. „Auch die Feuerwehr hat hier ihre Zufahrt zum benachbarten Wohnblock mit bis zu 24 Tonnen schweren Fahrzeugen.“ Behindertentransporte könnten ebenso wie Lkw zur Anlieferung und Abholung den Weg über das Hotelgrundstück nehmen und Rollstuhlfahrer direkt vor das Körber-Haus fahren. Mit dem Hotel stehe ein entsprechender Baulast-Vertrag kurz vor dem Abschluss. Auch von der Straße Schiffwasser am „Schweinske“-Hinterausgang könnten Rollstuhlfahrer laut Dornquast aus einem Transportfahrzeug und über die barrierefreie Brücke ins Körber-Haus gelangen. „Damit die CDU uns das alles auch glaubt, lassen wir jetzt von einem Sachverständigen-Büro ein Mobilitätskonzept für das Haus erstellen“, erklärt der Bezirksamt-Chef mürrisch.

„Purer Wahlkampf der CDU“

Für SPD-Fraktionschef Paul Kleszcz ist der CDU-Vorstoß „purer Wahlkampf“. Die Erreichbarkeit des Hauses sei im Wesentlichen geklärt, „ohne dass es irgendwelcher kostenträchtiger Zusatzbauten bedarf“. Allerdings stört auch ihn, dass mobilitätsbeeinträchtigte Besucher über die Hotel-Tiefgarage (dort sind laut Dornquast rund 90 Stellplätze fürs Körber-Haus reserviert) per Lift in die Hotel-Halle und von dort ins Haus gelangen sollen: „Da muss eine andere Lösung her.“

25 Millionen Euro sind für uns das Ende der Fahnenstange. Mehr darf es nicht werden.
André Wegner