Überlastet

Bethesda-Krankenhaus meldet sich 22-mal aus Versorgung ab

Wenn Kliniken sich mit einzelnen Abteilungen abmelden müssen, steuern Rettungswagen andere Krankenhäuser an.

Wenn Kliniken sich mit einzelnen Abteilungen abmelden müssen, steuern Rettungswagen andere Krankenhäuser an.

Foto: Foto / dpa

Bergeorf. Immer wieder waren Abteilungen überlastet oder mussten aus anderen Gründen pausieren: 17-mal seit August 2018, fünfmal bis März 2019.

Bergedorf.  Es ist das letzte Mittel, wenn eine Klinik sich nicht in der Lage fühlt, noch Patienten in einzelnen Abteilungen aufzunehmen: Die Krankenhäuser melden sich dann mit den betreffenden Leistungen – etwa dem Kreißsaal – bei der Leitstelle der Feuerwehr, die die Notfalleinsätze koordiniert, ab. So können Patienten gleich in andere Krankenhäuser gebracht werden. Was immer auch als eine Art Notbremse gilt, kam im Bethesda-Krankenhaus Bergedorf in den vergangenen Monaten nicht selten vor: Wie aus der Antwort auf eine Anfrage der Linken hervorgeht, meldete sich die Klinik am Glindersweg zwischen August und Dezember 2018 insgesamt 17-mal mit einzelnen Abteilungen ab. Im laufenden Jahr gab es bis März bereits fünf Sperrungen. Das BG Klinikum Hamburg-Boberg klinkte sich im selben Zeitraum nur fünfmal stundenweise mit seinem CT aus.

„Zahlen sind nicht auffällig“

Auch wenn das Abmelden als ein Indikator gesehen werden kann, dass es etwa an Personal oder Ausstattung mangelt: Bethesda-Sprecherin Connie Gudert betont, dass die Bergedorfer Zahlen „in keiner Weise auffällig sind“. Im Vergleich zu anderen Kliniken seien die Zahlen sogar „unterdurchschnittlich“. Tatsächlich meldeten sich größere Krankenhäuser wie die Asklepios Klinik Barmbek oder auch das Universitätsklinikum Eppendorf im selben Zeitraum noch weitaus häufiger ab. Im UKE beschränkte es sich jedoch meist auf den Kreißsaal.

Verschiedene Abteilungen betroffen

Beim Bethesda waren verschiedene Abteilungen betroffen. So war am 9. August für neun Stunden kein Platz mehr auf der Station mit Isolationsbetten frei. An zwei weiteren Tagen war – einmal sogar 38,5 Stunden in Folge – das CT nicht verfügbar. Auch das Schlaganfallzentrum Stroke Unit meldete sich an einem Tag für sechs Stunden ab. Oft kann auch ein Zusammenhang bestehen, erklärt Connie Gudert: „Wenn das CT nicht funktioniert, müssen wir gegebenenfalls auch das Stroke Unit abmelden“. Dass das CT teilweise lange nicht im Einsatz war, könne an großer Nachfrage liegen, aber auch einen einfachen Grund haben, „zum Beispiel eine technische Wartung“.

Auch Intensivstation musste sich ausklinken

Mehrfach musste sich das Bethesda auch mit seiner Intensivstation ausklinken: Insgesamt zwölfmal war das zwischen August 2018 und März 2019 stundenweise der Fall. Dort stehen Behandlungsbetten, an denen Patienten beatmet werden können – sind sie belegt, ist die Kapazität erschöpft. Ähnlich ist es mit dem Kreißsaal, der sich zweimal abmelden musste.

Patienten, die zu Fuß in die Klinik kommen, bekämen dennoch immer Hilfe, sagt Connie Gudert: Das seien aber meist keine Schwerkranken, denn die seien selten so transportfähig, dass sie ohne Rettungswagen kommen. Die Sprecherin betont, dass auch die Gesundheitsbehörde stets alle Sperrungen im Blick hat und im Zweifelsfall nachhakt. „Das ist bei uns noch nicht der Fall gewesen.“

Die Zahlen sind in keiner Weise auffällig
Connie Gudert,