Weidensteg-Viertel

750 weitere Wohnungen am Weidenbaumsweg?

Blick vom Weidenbaumsweg (rechts) auf den Nahversorgungskomplex vom Weidensteg-Viertel mit aufgesetzter Wohnbebauung.

Blick vom Weidenbaumsweg (rechts) auf den Nahversorgungskomplex vom Weidensteg-Viertel mit aufgesetzter Wohnbebauung.

Foto: Foto: Heimann-Montúfar Architekten

Bergedorf. Statt ursprünglich 540 werden jetzt 750 Wohnungen geplant. Kontroverse Diskussion im Stadtentwicklungsausschuss erwartet.

Bergedorf.  Die Verhandlungen zwischen Bezirksamt und Investoren liefen über Jahre. Jetzt endlich lässt die „Gerhard von Raffay / Hans-Werner Maas Immobilienentwicklungsgesellschaft mbH“ Pläne für die Bebauung des letzten Filetgrundstücks am Schleusengraben präsentieren. Mit einem Aufschlag von gut 40 Prozent auf jetzt 750 Wohnungen – gegenüber ursprünglich anvisierten 540.

„Diese und andere Konsequenzen, wie bauliche Dichte, Verschattung, Stellplätze und Verkehrskonzept, werden zu untersuchen und zu diskutieren sein“, heißt es dazu vom Bergedorfer Bezirksamt in der Vorlage für den Stadtentwicklungsausschuss. Das Gremium wird sich kommenden Mittwoch ab 18 Uhr in öffentlicher Sitzung (Rathaus, Wentorfer Straße 38) mit dem Gebiet „Weidensteg“ befassen, das neben den Wohnungen gemäß Vorgaben der Politik auch ein Nahversorgungszentrum mit Supermarkt, Drogerie und weiteren Dienstleistungen umfassen soll.

Lange sollte bloß ein großer Parkplatz entstehen

Die Gestaltung dieses gewerblichen Teils hatte die schier unendlichen Verhandlungen ausgelöst, wie der jetzt vorliegenden Beschlussvorlage zu entnehmen ist: „Das Bezirksamt hat sich in den vergangenen Jahren, auch unter Beteiligung des Oberbaudirektors, dafür eingesetzt, dass diese Fläche hochwertiger genutzt wird“, heißt es unter Hinweis auf die ursprünglich geplanten Stellflächen. Denn lange wollten die Investoren offenbar einen riesigen Parkplatz samt eingeschossigem Supermarkt am Weidenbaumsweg bauen.

Die Aufforderung, kreativer mit diesem städtischen Bereich umzugehen, nutzen sie nun, um die Wohnungszahl explodieren zu lassen. So ist der Stellplatz im neuen Plan komplett mit einem Komplex überbaut, in dessen Erdgeschoss das ganz Nahversorgungszentrum einschließlich seiner 110 Stellplätze Platz findet. Oben drüber soll sich ein 2600 Quadratmeter großer begrünter Innenhof erstrecken, auf allen Seiten umgeben von einem Gebäuderiegel, der auf vier Etagen Platz für bis zu 222 Wohnungen bietet. Sie sollen die vorgeschriebene Quote von 30 Prozent Sozialwohnungen für das gesamte Quartier erfüllen. Die weiteren zwölf Wohnblocks im Viertel sind dagegen frei finanziert, also als Eigentumswohnungen geplant.

Bezirksamt will Auswirkungen auf Verkehr prüfen

Wie das zu bewerten ist, soll zunächst nicht diskutiert werden. Ebenso bleibt die Frage offen, warum die eigentlich schon für 2017 vorgesehene Schleusengraben-Brücke vom „Weidensteg“ hinüber zum bereits fast fertigen Wohnkomplex „Schilfpark“ noch immer nicht gebaut wird. Im Fokus soll nach dem Willen des Bezirksamts am Mittwoch der Nahversorgungskomplex stehen, in dem auch eine Kita vorgesehen ist. In der Vorlage heißt es, die Politik möge die Planungen zur Kenntnis nehmen und das Amt um weitere Prüfung der „verkehrlichen und sonstigen Auswirkungen“ bitten.