Vortrag für Senioren

Was tun mit der Immobilie im Alter?

Verkaufen oder nicht? Im Alter stellen sich viele Eigenheimbesitzer diese Frage.

Verkaufen oder nicht? Im Alter stellen sich viele Eigenheimbesitzer diese Frage.

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Bergedorf. Experte der Verbraucherzentrale erklärt: Wann lohnt sich der Verkauf, wann das Beleihen der Immobilie?

Bergedorf. Die Rente ist erreicht, die Kinder sind aus dem Haus, die Freiheit ist erstmal endlos. Doch vielen Eigenheimbesitzern stellen sich nun neue Fragen: Wie soll es weitergehen mit dem Haus oder der Wohnung? Behalten? Verkaufen? Beleihen? Zu Hause bleiben – oder weiterziehen? Das Thema „Was tun mit der Immobilie im Alter?“ beleuchtet nun Experte Alexander Krolzik (Verbraucherzentrale Hamburg) auf Einladung des Grundeigentümervereins Bergedorf: Am Mittwoch, 8. Mai, ist er im Theatersaal der Lohbrügger Bürgerbühne am Neuen Weg 54 zu Gast. Beginn: 18 Uhr.

Viele wollen ihren Lebenabend gut nutzen

„Den einen Klassiker gibt es nicht – es gibt ganz viele unterschiedliche Szenarien“, stellt Krolzik fest. Zu ihm kommen Senioren, die keine Kinder haben oder diese nicht erben lassen wollen, aber auch solche, die einfach den Wert der Immobilie auch für den eigenen Lebensabend nutzen wollen, ehe die Kinder an der Reihe sind. „Denen sage ich auch: Jetzt seid ihr erstmal dran“, so Krolzik. Und: „Sie sollten sich aber wirklich darüber im Klaren sein, was sie wollen und brauchen.“ Denn es gibt einen ganzen Strauß an Möglichkeiten, das Eigenheim zu nutzen.

Zum Beispiel, sich trotz Verkaufs ein Wohnrecht zu sichern. Problem: „Das schlägt sich aber beim Kaufpreis nieder“, so Krolzik. Der kann schon mal erheblich niedriger ausfallen, weil eine imaginäre Miete abgezogen wird. Das läppert sich, wenn beispielsweise 1000 Euro Miete über 15 Jahre kalkuliert werden.

Umkehr-Hypothek oder Leibrente?

Und es gibt noch viele andere, ähnliche Möglichkeiten: etwa eine Immobilienleibrente. Dabei wird das Haus gegen ein lebenslanges Wohnrecht und monatliche Zahlungen verkauft, wechselt also komplett den Eigentümer. Diese Leibrente gilt aber als eher teures Modell. Etwas ähnlich funktioniert die Umkehr-Hypothek, bei der das Haus jedoch beim Eigentümer bleibt. Die Immobilie wird bei der Bank belastet, im Gegenzug erhält der Eigentümer auch hier lebenslanges Wohnrecht und zusätzliche Zahlungen. Stirbt der Bewohner oder zieht er aus, kann die Hypothek ausgelöst werden – oder die Immobilie geht an den Schuldner.

Trotz Nachfrage: Die Umkehr-Hypothek gibt es kaum noch

„Viele Zuhörer steigen schon mit der Frage nach der Umkehr-Hypothek ins Gespräch ein“, sagt Alexander Krolzik. Sie ist offenbar für viele Senioren ein attraktives Modell, vor allem, wenn die Rente zu klein ist. Doch das Problem ist: Es gibt die Umkehr-Hypothek so nicht mehr. „Das letzte überregionale Angebot wurde 2016 eingestellt“, so Krolzik. Zwar werben viele Unternehmen im Internet mit dem Schlagwort – doch es wird meist nur genutzt, um alternative Modelle anzubieten.

Dabei wäre die Nachfrage groß, das dahinterstehende Finanzvolumen sei immens, meint der Experte. Die Unsicherheit über die Dauer eines lebenslangen Wohnrechts machen das Rechenmodell für Banken jedoch zu unkalkulierbar. Deshalb werde diese Hypothek nur noch vereinzelt von dörflichen Geldinstituten angeboten, so Krolzik.

Er möchte bei seinem Vortrag nun neutral über die vielen Möglichkeiten berichten, zudem Fragen beantworten. Sich mit dem Thema zu beschäftigen lohne sich: „Jedes Jahr fallen Hunderttausende Immobilien an den Staat, weil es keine Erben gibt.“

Die Eigentümer sollten sich klar sein, was siewirklich brauchen
Alexander Krolzik