Lachnummer

Neuer Recyclinghof: Behörden-Tanz um ein altes Spülfeld

Sonnabends wartet oft eine lange Autoschlange am Recyclinghof am Kampweg.

Sonnabends wartet oft eine lange Autoschlange am Recyclinghof am Kampweg.

Foto: Thomas Voigt

Bergedorf. Ein zweijähriger Behördenzirkus um den Recyclinghof hätte das Zeug zur Lachnummer – wenn nicht so viele Bürger darunter leiden würden.

Bergedorf.  Der Umzug des Bergedorfer Recyclinghofes auf ein deutlich größeres Gelände scheitert nachhaltig daran, dass das Bezirksamt, ein Landesministerium und eine Bundesbehörde offenkundig nicht in der Lage sind, gemeinsam Nägel mit Köpfen zu machen.

Autos stehen wieder Schlange

Mit dem Start der Gartensaison hat auch wieder der Recyclinghof der Stadtreinigung (SRHH) am Kampweg Hochsaison: Doch der leistet auf seinen gerade mal 4600 Quadratmetern Fläche längst keinen zeitgemäßen Service mehr und ist besonders sonnabends, wenn viele Kunden ihre Gartenabfälle anliefern wollen, hoffnungslos überlaufen. Mitunter stauen sich die Autos bis über die Randersweide zurück – besonders wenn die Gartenabfall-Container der Einrichtung randvoll sind und aufwendig ausgetauscht werden müssen.

Dieses verflixte Bergrecht in Bergedorf

Eine Lösung steht längst in Aussicht, mehr aber auch nicht. Die Stadtreinigung will für ihren Recyclinghof das mit 8000 Quadratmetern nahezu doppelt so große Grundstück an der Randersweide / Ecke Schleusendamm von der Hansestadt kaufen. Dieses wurde bis vor wenigen Jahren von der Erdöl- und Erdgas-Firma Neptune Energy als Spülfeld genutzt und unterliegt damit der Bergaufsicht. Zuständig: das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in Hannover.

Stadtreinigung seit Jahren in den Startlöchern

„Wir stehen in den Startlöchern, warten nur darauf, dass das Grundstück aus der Bergaufsicht entlassen wird und wir es kaufen, überplanen und dann bauen können“, beteuert SRHH-Sprecher Andree Möller seit Monaten bei jeder Gelegenheit.

Um die Bergaufsicht aufgeben zu können, wartet das LBEG seit langem vergeblich auf die Zustimmung der Hamburger Umweltbehörde. Die schob die Sache lange Zeit dem Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) zu. Weil der aber keine Behörde ist, akzeptierte das LBEG ihn nicht als Gesprächspartner. Die Monate zogen ins Land. Nun ist der Ball wieder bei der Umweltbehörde gelandet. Laut Sprecher Björn Marzahn fordert sie nun eine Nachsorge für das Gelände. Wie genau diese Nachsorge aussehen soll, weiß die Behörde aber selbst nicht: „Da es sich um die Maßnahme einer privaten Firma handelt, kann keine Aussage zu Art und Umfang gemacht werden.“

Bergbau-Landesamt vor die Tür setzen

Jüngste Idee: Laut Bezirksamtssprecher Dr. Sebastian Kloth will Hamburg die LBEG jetzt aus dem Vorgang ausklammern. „Wir können das Bergrecht hier auch mit eigenen Rechtsmitteln aufheben.“