Blüten

CCB: Erneut Falschgeld aus dem Verkehr gezogen

Falschgeld ist nicht immer auf Anhieb von echten Scheinen zu unterscheiden.

Falschgeld ist nicht immer auf Anhieb von echten Scheinen zu unterscheiden.

Foto: Rückert / BGZ

Bergedorf. Bei TK Maxx im CCB wollten Frauen mit drei falschen Fünfzigern bezahlen. Sie waren offenbar unwissentlich an das Falschgeld gekommen.

Bergedorf.  Sie hatten bei „TK Maxx“ im CCB gestöbert, wollten die Ware Dienstagmittag dann mit drei 50-Euro-Scheinen bezahlen. Doch eine 59-jährige Frau und ihre Tochter (29) aus Schwarzenbek erlebten dabei ein böse Überraschung: Denn die Kassiererin stellte fest, dass alle drei Scheine Falschgeld waren – und alarmierte die Polizei.

Es ist schon der zweite Fall in Bergedorf binnen weniger Tage: Bereits am 16. März hatte ein 35-Jähriger ebenfalls bei „TK Maxx“ versucht, eine Hose mit einem falschen Hunderter zu bezahlen. Bei dem Mann fanden die Polizisten sogar noch einen weiteren gefälschten Hunderter. Eine Wohnungsdurchsuchung ergab aber keine weiteren Hinweise. Auch die Frauen gaben die Scheine wohl unwissentlich weiter: Sie hatten laut Polizei am Tag zuvor in Schwarzenbek ein Handy verkauft und das Falschgeld wohl dabei erhalten.

Ein falscher Schein wird nicht erstattet

Insbesondere bevor neue Scheine eingeführt werden – so wie jetzt im Mai mit der neuen 100- und 200-Euro-Note – versuchen viele Fälscher noch, ihre „alten“ Blüten unters Volk zu bekommen. Das Nachsehen haben alle, die einen falschen Schein im Portemonnaie entdecken: Denn der Verlust wird ihnen nicht erstattet; der Gang zur Polizei ist anzuraten. Wer den Schein bewusst noch ausgeben will, macht sich strafbar (bis fünf Jahre Haft). Falschgeld sogar selbst zu beschaffen oder herzustellen, wird mit Haft ab einem Jahr aufwärts bestraft. Die Polizei betreibt viel Aufwand, um solche Drahtzieher zu ermitteln: Erst im Dezember 2018 durchsuchten Beamten in ganz Deutschland 178 Wohnungen von Menschen, die vermutlich im Dark­net Falschgeld gekauft hatten. Auch vier Wohnungen in Bergedorf waren dabei.

„Gut gemachte“ Fälschungen

Bei den drei unechten Fünfzigern, die die Frauen bei „TK Maxx“ ausgeben wollten, handelt es sich laut Polizeisprecher René Schönhardt um falsche 50-Euro-Noten, „die insgesamt recht gut gemacht und für eine Täuschung im Zahlungsverkehr geeignet sind“. Das LKA unterscheidet grundsätzlich zwischen Falsifikaten und Blüten, erklärt Schönhardt. „Bei Blüten handelt es sich nicht um Falschgeld, sondern um eine banknotenähnliche Drucksache“: Sie ist meist auf Anhieb als falsch zu erkennen. Blüten kommen eher selten vor, werden als Ordnungswidrigkeit verfolgt. Falsifikate hingegen sind richtige Fälschungen von Banknoten, die bewusst zum Bezahlen in Umlauf gebracht werden sollen. 2008 solcher Falschgeldnoten wurden vergangenes Jahr in Hamburg von der Polizei einkassiert – ein deutlicher Rückgang von etwa 40 Prozent zum Vorjahr. Mit 70 Prozent am häufigsten vertreten: der falsche Fuffziger.

Ein Blick auf die Smaragdzahl lohnt

Wie sich falsche Banknoten erkennen lassen, erklärt die Bundesbank auf ihrer Internetseite. Als schnell und sicher gilt etwa ein Blick auf die grüne Smaragd-Zahl links unten auf der Vorderseite: Bei Bewegung wandert die Lichtreflexion nur auf echten Noten.

Und ist doch mal ein falscher Schein im Portemonnaie, sollte unbedingt Anzeige erstattet werden, rät René Schönhardt: „So gehen wichtige Hinweise auf Personen, die Falschgeld in Umlauf bringen, nicht verloren.“