Veloroute

Mehr Platz für Radler auf Kurt-A.-Körber-Chaussee

Eine Veloroute sieht normalerweise anders aus: Kurt-A.-Körber-Chaussee.

Eine Veloroute sieht normalerweise anders aus: Kurt-A.-Körber-Chaussee.

Foto: Thomas Voigt

Bergedorf. Was Hamburg für die Förderung des Radverkehrs auf der Kurt-A.-Körber-Chaussee plant, birgt Konfliktpotenzial.

Bergedorf.  Eine engere Fahrbahn und dann noch Linienbusse, die künftig auf der Straße halten, weil ihre Busbuchten entfallen sollen – all das für einen besseren Radverkehr auf der Kurt-A.-Körber-Chaussee. Andererseits stellen sich Radler Velorouten anders vor als von Baumwurzeln in kleine Gebirge verwandeltes Pflaster. Oder konfliktbeladene Auto-Ausfahrten wie am Hauni-Parkplatz oder an der Nordoel-Tankstelle. Dabei handelt es sich hier offiziell um eine besonders radfahrerfreundlichen Route in Hamburg.

16 Radler-Unfälle in drei Jahren

Aus Senatsmitteln zur Stärkung des Radverkehrs soll die Veloroute 9 merklich aufgewertet werden: Noch 2019 beginnt nach diesen Plänen die Umgestaltung der Straße, auf der es nach einer Zählung in den Jahren 2013 bis 2015 nicht weniger als 16 Unfälle mit Radfahrern gab.

50 Zentimeter weniger Fahrbahn

Bergedorfs Verkehrspolitikern werden aktuelle Detailpläne am Montag von einem Vertreter des Planungsbüro Argus vorgestellt. Die öffentliche Sitzung im Rathaus beginnt um 18 Uhr.

Dabei dürfte es zu angeregten Diskussionen kommen. Die bisherige Planung sieht vor, dass die derzeit sieben Meter breite Fahrbahn für Kraftfahrzeuge auf der vollen Länge von 1,25 Kilometern auf 6,50 Meter verengt wird. Stattdessen sollen Radwege auf beiden Seiten von 1,50 Meter auf 1,75 Meter wachsen.

Alle Bäume bleiben – bis auf einen

„Damit haben wir zwar nicht die für Velorouten vorgesehenen 2,25 Meter Breite, aber es ist ein großer Schritt nach vorn“, sagt Norbert Fleige, Radverkehrsexperte der Grünen. Als Vorteil sieht er die Idee, dass der nördliche Radweg an der Einfahrt der „Nordoel“-Tankstelle und der südliche an der Ausfahrt des Hauni-Parkplatzes auf die Fahrbahn verschwenkt werden: „Das entschärft konfliktbehaftete Punkte.“ Dabei sollen nahezu sämtliche Straßenbäume erhalten bleiben. Allein der Baum an der Hauni-Ausfahrt muss der Radweg-Verschwenkung weichen.

Mehr als 40 Parkplätze verschwinden

Die CDU übt Kritik, weil Busse hier bald keine Haltebuchten mehr haben sollen: „Wenn mit dem neuen Stadtteil Oberbillwerder hier mehr Busse fahren, wird es eng“, warnt CDU-Verkehrsexperte Jörg Froh. Die Planung sieht vor, dass mehr als 40 Parkplätze an der Körber-Chaussee verschwinden. „Dabei fallen fast alle Stellplätze auf der Südseite weg, insbesondere vor den alten Wohnanlagen.“

Die mit 5 Millionen Euro veranschlagte Umgestaltung soll diese Frühjahr starten.