Kriminalität

In Bergedorf wird jeder vierte Dieb erwischt

Die Zahl der Einbrüche in Bergedorf ist rückläufig.

Die Zahl der Einbrüche in Bergedorf ist rückläufig.

Foto: Erwin Wodicka / Gina Sanders - stock.adobe.com

Bergedorf. Im Bezirk nahmen die Straftaten um 12,2 Prozent ab. Es gab weniger Diebstähle, aber auch weniger Gewalttaten.

Bergedorf.  Auf eine positive Entwicklung kann die Hamburger Polizei verweisen, die jetzt Zahlen zur Kriminalität in den Stadtteilen veröffentlichte. Im dritten Jahr in Folge gab es 2018 demnach hamburgweit weniger erfasste Fälle, sank die Gesamtzahl um 3,3 Prozent auf 218.594 Taten. Im Bezirk Bergedorf nahmen die Straftaten sogar um 12,2 Prozent ab: 10.026 Straftaten wurden 2018 registriert, im Jahr zuvor waren es noch 11.419 und 2016 sogar 12.265 Taten.

Aufklärungsquote bei Diebstählen liegt bei 25,3 Prozent

Besonders auffällig ist der Rückgang bei den Diebstählen: Insgesamt wurden 4454 Taten erfasst, jeder vierte Dieb wurde erwischt: Die Aufklärungsquote im Bezirk liegt bei 25,3 Prozent. Lediglich Neuengamme sticht hervor, wo 40 Diebstähle verzeichnet wurden, im Vorjahr waren es „nur“ 23. Doch über den ganzen Bezirk verteilt ist eine deutliche Abnahme zu spüren, immerhin gab es 913 Diebstähle weniger als im Vorjahr und 1880 weniger als in 2016.

Gleich um gut die Hälfte (53 Prozent) ist die Zahl der Wohnungseinbrüche gesunken, so gab es in Lohbrügge 69 Fälle (Vorjahr: 192), in Bergedorf 92 (130) und in Neuallermöhe 24 (70) Delikte. „Oftmals scheiterten die Einbrecher an gut gesicherten Fenstern und Türen“, lobt Polizeisprecher Rene Schönhardt die Mitarbeit der Bürger. Indes können die Einbrecher nicht immer dingfest gemacht werden: Die aktuelle Aufklärungsquote liegt bei 13,7 Prozent, im Jahr 2016 waren es noch 28,8 Prozent.

38 Autos in Lohbrügge gestohlen, vier in Kirchwerder

Diebe haben es auch gern auf Autos abgesehen. Nur 17 von 102 Fällen konnten aufgeklärt werden. Während in Kirchwerder vier Wagen spurlos verschwanden, waren es in Curslack sieben, in Bergedorf 29 und in Lohbrügge gar 38. Das sind angesichts der gestohlenen Fahrräder sehr geringe Zahlen: Im vergangenen Jahr wurden 452 Räder entwendet, bloß 13 wurden wieder gefunden – eine dürftige Aufklärungsquote von 2,9 Prozent. Dennoch können Bergedorfer Radler hoffen: Immerhin wurden – auch dank der Registrierungen – weit weniger Räder gestohlen als noch vor zwei Jahren: 2016 waren es 958 erfasste Fälle.

Erfreulich: Auch die Gewaltkriminalität, dazu zählen etwa Raubüberfälle und Körperverletzungen, hat in Bergedorf teils deutlich abgenommen.

Weniger Raubüberfälle und Körperverletzungen

Gab es 2016 noch 117 Raubdelikte, im Jahr darauf 97, sank die Zahl im Jahr 2018 auf 80 – von denen sogar 46 aufgeklärt werden konnten, also 57,5 Prozent. Betrachtet man lediglich die 36 Fälle (-9), die sich auf öffentlichen Straßen, Wegen oder Plätzen zugetragen hatten, so passierte dies zumeist in Bergedorf (19), Lohbrügge (7) und Neuallermöhe (5). Hier gilt der Dank wohl der Polizeipräsenz – ob zu Fuß, auf dem Rad oder in der „Dienstgruppe Krad“: „Hier wurden allein in Bergedorf knapp 17.900 Personalstunden geleistet“, weiß Polizeisprecher Rene Schönhardt.

Ebenfalls sank die Zahl der Körperverletzungen insgesamt um 8,1 Prozent auf 1172 erfasste Fälle. Gerade in der Bergedorfer City und in Lohbrügge ist es weit ruhiger geworden, bloß in Kirchwerder gab es eine Zunahme um 21 auf 45 Körperverletzungen – indes fielen nur acht in den Bereich „gefährliche und schwere Körperverletzungen“. Das sind – wie auch in Moorfleet – fünf mehr als im Vorjahr. Insgesamt wurden 289 gefährliche und schwere Taten erfasst, 28 weniger als zuvor. Das macht für den gesamten Bezirk ein Minus von 8,8 Prozent aus – während in ganz Hamburg die schweren Körperverletzungen dagegen um 0,5 Prozent zugenommen haben.

Drogenkriminalität ist ein Kontrolldelikt

Manche „Geschäfte“ mögen sich indes verschoben haben: Während die „Task Force Drogen“ in Hamburgs Innenstadt für positive Effekte sorgte und viele Taten aufdecken konnte, stieg die Zahl der Rauschgiftdelikte im Bezirk Bergedorf um neun Prozent auf 376 erfasste Fälle – davon allein 82 in Billwerder, wo das Gefängnis eine große Rolle spielt. Beim Handel bzw. Schmuggel von Drogen stiegen die registrierten Taten: Waren es 2016 noch 48 Fälle, wuchs die Zahl zuletzt auf 95. Die Aufklärungsquote ist mit 82,8 Prozent sehr hoch: „Je mehr kontrolliert wird, umso mehr Anzeigen können wir auch schreiben“, erklärt Rene Schönhardt.

Auch kleinere Delikte wie etwa Graffiti-Schmierereien gehen zurück: In Bergedorf sank die Zahl der Sachbeschädigungen um 20,4 Prozent auf nunmehr 951 erfasste Fälle. Das bedeutet, dass im Vergleich zum Vorjahr auf Bergedorfs Polizeiwache 244 Sachbeschädigungen weniger zur Anzeige gebracht wurden.