Öko-Sprit

„Uns Ewer“ fährt künftig mit altem Pommes-Fett

Der Vierländer Ewer steigt zu Saisonbeginn auf schadstoffarmen Kraftstoff um.

Der Vierländer Ewer steigt zu Saisonbeginn auf schadstoffarmen Kraftstoff um.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Bergedorf. Kaum noch Stickoxid oder Rußpartikel, etwa 90 Prozent weniger CO2-Ausstoß: Der Vierländer Ewer fährt bald umweltfreundlich.

Bergedorf.  Das Team vom Vierländer Ewer will mit dem Start dieser Saison seinen Dieselmotor besonders umweltfreundlich betreiben. „Möglich macht das ein Biokraftstoff, der in Deutschland noch nicht besonders weit verbreitet ist“, sagt Dirk Maier-Witt vom Förderverein Vierländer Ewer. Der neue Ewer-Sprit wird in einer finnischen Raffinerie aus Altfetten wie gebrauchtem Pommes-Fett hergestellt und kann ohne technische Umrüstung in den 250 Liter fassenden Dieseltank des Ewers gefüllt werden.

„Ein echtes Recycling-Produkt“

„Es handelt sich nicht um den herkömmlichen Biodiesel, der aus Rapsöl oder Palmöl hergestellt wird und in Konkurrenz mit der Lebensmittelproduktion steht“, erklärt der gelernte Kraftfahrzeugmechaniker, „sondern um ein echtes Recyclingprodukt.“

Sprit kommt aus Finnland

Bis vor Kurzem betrieb ein Mineralölhändler in Hamburg dafür eine Tankstelle. „Aber gerade jetzt, wo wir bei ihm Kunde werden wollten, hat er sie mangels Nachfrage aufgegeben.“ Denn der Altfett-Dieselkraftstoff ist rund 25 Prozent teurer als gewöhnlicher Diesel. Die Ewer-Mannschaft wird ihren Sprit nun von einem Händler im baden-württembergischen Hohenlohe-Kreis bei Heilbronn beziehen, der ihn wiederum aus Finnland importiert.

Kein Dieselgestank mehr an Bord

„Problematisch ist dabei, dass wir immer eine Mindestmenge von 1000 Litern abnehmen müssen“, sagt Ralf Dorn vom Ewer-Vorstand. „Deswegen müssen wir nun einen Tank und eine Zapfsäule anschaffen und brauchen einen Standort dafür. Aber die Sache ist uns all diesen Aufwand wert. Wir produzieren dann weniger Schadstoffe, und wir haben keinen Dieselgestank mehr an Bord.“

Saison beginnt am 28. April

Im April fährt „Uns Ewer“ für eine Woche in die Allermöher Werft, wo der Rumpf mit Hanfseil und flüssigem Teer nachkalfatert wird. Mit dem Kurs-Elbe-Tag in Lauenburg am Sonntag, 28. April, startet er dann in die Saison 2019. „Möglicherweise fahren wir dann schon mit dem neuen Kraftstoff“, hofft Dirk Maier-Witt.

Am Mittwoch, 8. Mai, 11 Uhr, geht es dann auf die erste Museumstour mit Besichtigung von Schloss und Rieck-Haus. Eine Woche später, am 15. Mai, startet um 11 Uhr der erste Hafenrundgang um den Serrahn mit Ewerfahrt zur Krapphofschleuse und zurück. Beides wird dann bis September monatlich angeboten. Insgesamt viermal zwischen dem 5. Juni und dem 6. August starten um 11 Uhr Fahrten zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Buchungen auf der Homepage der Bergedorfer Museumslandschaft.

Wer den Ewer privat buchen will, wählt Telefon 01 52 / 34 59 12 80.