Wohnquartier

Einkaufszentrum Rappoltweg ist nun Geschichte

Mit Hausnummer 9 verschwindet dieser Tage der letzte Teil des ehemaligen Einkaufszentrums Rappoltweg.

Mit Hausnummer 9 verschwindet dieser Tage der letzte Teil des ehemaligen Einkaufszentrums Rappoltweg.

Foto: christoph leimig

Letztes Haus wird abgerissen, damit ab April die Bauarbeiten für künftiges Wohnquartier starten können. Bisher keine Nachfrage für Gewerbefläche.

Lohbrügge. . Jetzt verschwindet das letzte Stück des alten Einkaufszentrums Rappoltweg. Das Haus Nummer 9 wird abgerissen. Nur noch die Fassade zur DRK Seniorenwohnanlage Leuschnerstraße steht. Damit weicht der letzte Teil des einstigen Treffpunkts für das nördliche Lohbrügge endgültig dem künftigen Wohnquartier.

Bald soll von den Neubauten auch etwas zu sehen sein: „Im April 2019 wird voraussichtlich mit den Erdarbeiten für den ersten Bauabschnitt begonnen“, sagt Beata Schwaiger, Sprecherin des Bauinvestors Vereinigte Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft (vhw). In diesem ersten Abschnitt zur Leuschnerstraße hin sollen 58 Wohnungen (Zwei- bis Drei-Zimmer, 50 bis 70 Quadratmeter) entstehen, davon sind 20 öffentlich gefördert. Des Weiteren wird eine Tiefgarage mit 42 Stellplätzen gebaut, außerdem sind etwa 400 Quadratmeter an Gewerbefläche vorgesehen.

Wohnkomplex für junge Familien und Senioren

Auf dem Areal der ehemaligen „Nr. 9“ werden dann im zweiten Bauabschnitt 42 seniorengerechte Wohnungen in einer Servicewohnanlage entstehen, davon wiederum zwölf öffentlich gefördert. Avisiertes Bauende des Gesamtprojekts bleibt laut vhw weiterhin Weihnachten 2020. Der neue Wohnkomplex soll viel Grünanpflanzungen auf Dächern und im Innenhof bieten und sich primär an junge Familien sowie Senioren richten.

Ein kleiner Wermutstropfen zum Baustart bleibt die gewünschte Ansiedlung von Gewerbe, die nicht voran kommt: „Aufgrund des anspruchsvollen Standorts ist das Marktinteresse in diesem Segment ­leider mäßig“, sagt Beata Schwaiger, „Vertragsabschlüsse für die Flächen gibt es bislang nicht.“

Bezirksamtsleiter ist optimistisch wegen Gewerbeansiedlung

Dabei benötigt die vielfach ältere Bevölkerung in den Häusern rund um den Rappoltweg eine nah gelegene Einkaufsgelegenheit, denn: Der nächste Supermarkt befindet sich an der Mendelstraße. Bezirksamtsleiter Arne Dornquast macht sich indes keine Sorgen. Obgleich die vorhandene Fläche nicht für einen Supermarkt reiche, glaubt er an Interessenten: „Ich bin optimistisch, dass dort kein Leerstand produziert wird. Sobald alles steht und die räumlichen Gegebenheiten bekannt sind, wird es Nachfrage geben.“

Vorerst kein Thema ist eine Neuansiedlung der „Marquardt’s Saxonia Apotheke“, bis zuletzt am Rappoltweg 9 ansässig. Sie war als letzter Anlaufpunkt seit Ende 2017 wegen eines mutwillig herbeigeführten Wasserschadens geschlossen. Die Polizei hat inzwischen das Ermittlungsverfahren eingestellt.