Unfallbilanz

3316 Unfälle auf Bergedorfs Straßen

Bei einem Unfall wurde am Donnerstag eine Fußgängerin (40) verletzt.

Bei einem Unfall wurde am Donnerstag eine Fußgängerin (40) verletzt.

Foto: christoph leimIG

Leichte Steigerung im Bezirk. Unfallschwerpunkte sollen entschärft werden.

Bergedorf. Sie sah die Fußgängerin offenbar nicht, die Donnerstagabend gegen 20 Uhr den Reinbeker Redder Höhe Röpraredder überquerte: Die Fahrerin (74) eines BMW erfasste beim Rechtsabbiegen mit ihrem Wagen die Passantin, die daraufhin stürzte und sich am Bein verletzte. Die 40-Jährige musste ins Unfallkrankenhaus gebracht werden, die Straße war zeitweise gesperrt. Ein Unfall, wie er in Hamburg jährlich tausendfach passieren kann: 9717 Menschen verunglückten laut der am Freitag präsentierten Verkehrsunfallstatistik 2018 auf den Straßen der Hansestadt, das waren 102 mehr als im Vorjahr. Und auch im Bezirk Bergedorf gab es mehr Schwerverletzte – sowie insgesamt mehr Unfälle.

Hamburgweit weniger Unfälle

Während hamburgweit die Zahl der registrierten Verkehrsunfälle um 0,5 Prozent auf 67.537 zurückging, hat der Bezirk Bergedorf einen leichten Anstieg zu verzeichnen: 3316-mal krachte es auf hiesigen Straßen – nach 3281 Unfällen im Vorjahr (+1,1 Prozent). „Das ist eine normale und nicht auffällige Schwankung“, bilanziert Bergedorfs Verkehrspolizeichef Axel Kleeberg.

Neue Unfallschwerpunkte gebe es nicht: „Die bekannten haben wir drauf.“ Dazu gehören etwa das „Marschländer Roulette“ (Ochsenwerder Landscheideweg/Oortkatenweg), das demnächst umgebaut werden soll, sowie der Binnenfeldredder, der Teil einer größeren Umbaumaßnahme ab Mai ist. „Außerdem ist die Situation auf der Kurt-A.-Körber-Chaussee schwierig“, stellt der Verkehrspolizeichef fest. „Und zwar auf der ganzen Länge.“ Schmale Radwege, zudem viele Autos und Fußgänger, Aus- und Zufahrten von Obi bis Hauni: „Da kracht es schon häufiger mal.“ Deshalb sei auch ein Umbau der Straße geplant, so Kleeberg. Die Planungen des Bezirks seien fast fertig.

Unfallursache Nummer eins: Wenden

Fehler beim Wenden und Rückwärtsfahren bleiben in Bergedorf die Hauptunfallursache Nummer eins – gefolgt von Fehlern beim Spurenwechsel sowie zu schnellem Fahren, zu geringem Abstand, dem Missachten der Vorfahrt. Hamburgweit ist zu schnelles Fahren die häufigste Unfallursache.

Wie viele Menschen 2018 in Bergedorf verunglückten – die Zahl der Radfahrer, Fußgänger oder Autofahrer sowie der Kinder oder Senioren – wird derzeit noch statistisch genau erarbeitet. Die Zahl der Schwer­verletzten soll aber deutlich zugenommen haben (von 62 auf 90). Mindestens drei Menschen wurden bei Unfällen im Bezirk getötet: Ein Mann und eine Frau starben im Oktober auf dem Jean-Dolidier-Weg, als ihr Golf gegen einen Baum krachte. Ein 86-Jähriger starb im Juni auf der A 25, nachdem er wohl am Steuer das Bewusstsein verloren hatte und gegen die Mittelleitplanke geknallt war.

Hamburgweit ließen 29 Menschen ihr Leben auf den Straßen. 2017 waren es 28 Verkehrstote.