Ausbildung

Gefühl fürs Grün? Bezirksamt sucht Gärtner-Azubis

Manuel Müller zerkleinert eine soeben gefällte Sumpfzypresse.

Manuel Müller zerkleinert eine soeben gefällte Sumpfzypresse.

Foto: Jan Schubert

Bergedorf. Die Lehre zum Gärtner beim Bezirksamt dauert drei Jahre und spielt sich in mehreren „Revieren“ ab.

Bergedorf.  Es dauert keine fünf Minuten, bis die kranke Sumpfzypresse am Ufer des Schlossteichs gefallen ist. Fachmännisch sieht es aus, wie Lukas Dittmer den Baum zu Boden bringt. Alles vor Publikum: Die Kita-Kinder der Kirche St.Petri und Pauli blicken genauso gebannt wie weitere Schaulustige von der Alten Holstenstraße herüber.

Dittmer haut, nachdem er per Motorsäge eine Art Dreieck hineingesägt hat, mehrere Fällkeile in den Stamm: „Damit der Baum in Richtung Schloss und nicht ins Wasser stürzt.“ Wenig später ist es plangemäß und problemlos geschehen, Kollege Manuel Müller rückt sofort mit seiner Säge heran und trennt die Äste ab.

Wahrscheinlich ist die Arbeit mit der Kettensäge das größte Abenteuer während der dreijährigen Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer beim Bezirksamt, die der Avendorfer Dittmer (18) und der Barsbütteler Müller (20) nun im zweiten Lehrjahr absolvieren. Sie hantieren außerdem mit Heckenschere und Freischneider, fahren mit Mini-Bagger, Laster und auch mal einem Trecker herum.

Der Gehölz- und Baumschnitt ist momentan ihr Hauptbetätigungsfeld, ferner gehören Pflege und Gestaltung öffentlicher Grünanlagen, Spielplätze und Straßenräume dazu. 380 Hektar an Grünflächen und 25.000 Straßenbäume gehören zum Revier. Und ihre nächsten Arbeiten klingen sehr nach Frühling: zigfach Stiefmütterchen anpflanzen und den Rollrasen auf der noch vom Weihnachtsmarkt ramponierten Schlosswiese verlegen.

Bergedorf, Lohbrügge, Landgebiet – und viel zu tun auf Friedhöfen

Manuel Müller und Lukas Dittmer, die Jungs mit dem Gefühl fürs Grün, die schon als Jugendliche viel und gern bei Eltern und Nachbarn Gartenarbeit verrichteten, kommen viel herum: Sie sind als angehende Gärtner neben Unterrichtsstunden in der Berufsschule abwechselnd in den drei Revieren Bergedorf, Lohbrügge und Vier- und Marschlande unterwegs.

Während Dittmers Einsatzort aktuell das Landgebiet ist, kommt Azubi-Kollege Müller verstärkt auf dem Bergedorfer Friedhof, im Bezirk gesonderter Ausbildungsbereich, zum Einsatz: „Zuletzt musste ich eine Buche fällen, die in der Mitte gespalten war. Ein alter Sturmschaden“, berichtet der 20-Jährige, „auf unseren Friedhöfen macht es richtig Spaß, weil dort viel zu tun ist.“

Lukas Dittmer gefällt die Baumarbeit so sehr, dass er sich weiter fortbilden will. Der 18-jährige Niedersachse möchte den Kletterschein erwerben, um schwierig erreichbare Stellen im Geäst von Problembäumen zu erreichen und zu sägen. „Den Schein muss ich allerdings bei einer privaten Firma machen, das ist kein regulärer Ausbildungsinhalt.“

Ausbildungsbeginn am 1. August 2019

Doch sonst wollen die beiden nicht klagen: Der Verdienst ist mit rund 1000 Euro brutto als Azubi vernünftig, die Kernarbeitszeit zwischen 7 und 15.30 Uhr (am Freitag 14 Uhr) lässt nach Feierabend genügend Raum für Hobbys. Das Wochenende ist frei.

Sieben Ausbildungsplätze zum Gärtner kann das Bezirksamt gleichzeitig vergeben. Die Bewerbungsfrist für den Ausbildungsstart zum 1. August (Unterlagen an bewerbungen@
bergedorf.hamburg.de
oder postalisch ans Bezirksamt, Personalservice, Wentorfer Straße 42 in 21029 Hamburg) endet am 15. März. Die Perspektive für ausgelernte Gärtner ist gut. Wer sich nicht selbstständig machen möchte, kann sich berechtigte Hoffnungen machen, vom Bezirk übernommen zu werden.