Neueröffnung

Bestatter-Streit: Leverenz jetzt doppelt in Lohbrügge

Bei der  Montage des neuen Schilds für das Bestattungsinstitut „Bennet P. Leverenz“ an der Lohbrügger Landstraße, Ecke Lohbrügger Weg. Susanne Leverenz (von links) mit den Monteuren

Bei der Montage des neuen Schilds für das Bestattungsinstitut „Bennet P. Leverenz“ an der Lohbrügger Landstraße, Ecke Lohbrügger Weg. Susanne Leverenz (von links) mit den Monteuren

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Lohbrügge. Im Hintergrund wird ein erbitterter Rechtsstreit um das alte Familienunternehmen Leverenz geführt.

Lohbrügge.  Autofahrer auf der Lohbrügger Landstraße reiben sich seit Anfang dieser Woche die Augen: Im Abstand von kaum 500 Metern betreibt Bestatter Leverenz neuerdings zwei Filialen – zumindest scheinbar. „Tatsächlich handelt es sich um zwei verschiedene Unternehmen“, erklärt Susanne Leverenz, Geschäftsführerin der Neugründung mit Büro an der Ecke Lohbrügger Weg vis-á-vis vom Holstenhof.

Der 50-Jährigen zur Seite stehen Ehemann Enne Leverenz (80), gleichzeitig Namensgeber der Konkurrenz, und ihr gemeinsamer Sohn Bennet Leverenz (19). „Für ihn machen wir das hier alles“, sagt die Geschäftsführerin. „Er ist gerade in der Ausbildung zum Bestatter bei einem Büro am Ohlsdorfer Friedhof. Und er will künftig, wie sein Vater und Großvater, in diesem Beruf in Bergedorf und Umgebung tätig sein.“ Dass dafür jetzt eine Neugründung nötig ist, liegt an einem hinter den Kulissen erbittert geführten Rechtsstreit um das alte Familienunternehmen. Und an 20 Jahre alten Verträgen.

1999 geborener Sohn entwickelte Interesse

Denn damals, Ende der 1990er-Jahre, nahm Enne Leverenz mit Michael Krüger einen Partner ins Unternehmen, als möglichen Nachfolger. Denn er selbst hatte damals keinen Nachwuchs, der den von ihm und seinem Vater als „E. Leverenz“ gegründeten Bestatter hätte weiterführen können – und alles sollte ganz behutsam übergehen.

Aber mitten in den auf zwei Jahrzehnte angelegten Übergang kam Enne Leverenz’ im Jahr 1999 geborener Sohn Bennet. „Als er vor einiger Zeit nun tatsächlich Interesse am Beruf des Bestatters entwickelte, wollten wir ihn natürlich zum Nachfolger im Familienbetrieb machen“, sagt Susanne Leverenz.

Keiner will auf Schriftzug verzichten

Doch Michael Krüger und seine Familie stellten sich quer, was den Streit letztlich vor Gericht brachte. Aktuell läuft unter anderem ein Verfahren wegen Veruntreuung von Firmengeldern, es gibt gegenseitige Hausverbote. Hintergrund: Im Bestatter-Gewerbe ist ein gut eingeführter Firmenname die wichtigste Grundlage. Denn wer diese Dienste in Anspruch nehmen muss, hat sich gewöhnlich wenig vorbereitet und wendet sich an Namen, die aus dem Alltag geläufig sind. Also will keine Seite auf den Schriftzug „Leverenz“ verzichten.

„Bennet P. Leverenz“ gibt es jetzt neben der Lohbrügger Filiale auch im Casinopark in Wentorf und in Brunstorf. Die „E. Leverenz GmbH“ ist ebenfalls in Wentorf (Reinbeker Weg 13) mit einem Büro ansässig, ferner am Bergedorfer Friedhof (August-Bebel-Straße 208) und in Embsen bei Lüneburg.