mit „Zero WASTE“

„Onkel Emma“ kämpft gegen Plastik

Bergedorf. Zehn Jahre war er bei einem großen Lebensmitteldiscounter angestellt, zuletzt als Marktleiter. Auf einer zweijährigen Weltreise mit seiner Freundin wurde Florian Giese dann klar: „So kann und will ich nicht weitermachen. Unser Einkaufsverhalten gefährdet unser Überleben.“ Am Sonnabend eröffnet der 34 Jahre alte, gelernte Einzelhändler nun seinen eigenen „Onkel Emma“-Laden im Reetwerder. Freundin Anna Roschlaub (32), von Beruf Lehrerin, ist als Mitgesellschafterin an Bord. Eine Bank gab ihnen einen Kredit.

In dem 60 Quadratmeter großen Laden haben die beiden praktisch umgesetzt, wofür sie politisch stehen: Nachhaltigkeit. Denn alle Produkte, ausschließlich sogenannte Trockenware wie Reis, Pasta, Knabberzeug, Süßigkeiten, Tee, oder Gewürze, aber auch Käse, Seife, Shampoo und Eingewecktes, werden nur unverpackt verkauft und in mitgebrachte Behältnisse oder Mehrwegglasgefäße abgefüllt. „Unsere Waren sind alle ,bio’ und durch den Zero-Waste-Gedanken (dt. Null Müll) natürlich auch besonders umweltfreundlich.“

Damit hat die Vermieterin und langjährige Betreiberin des Ladens „Milch und Honig“ sehr passende Nachfolger gefunden. „Wir hoffen, die Idee wird zu einem Trend. Die Gefahr von Plastikmüll hat sich inzwischen ja rumgesprochen.“ Freilich hat das gute Gewissen seinen Preis: „An Discounterpreisen können und wollen wir uns nicht orientieren.“