Hasse-Aula

Sechs Millionen für Sanierung: Schule hofft auf Hilfe

Expertin Ute Leber an der historischen Orgel.

Expertin Ute Leber an der historischen Orgel.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Bergedorf. Die Modernisierung von Gebäude und Orgel soll nun schon sechs Millionen Euro kosten. Schulleiter: „Müssen Klinken putzen.“

Bergedorf.  Noch ist ihm nicht angst und bange – obwohl die geschätzten Kosten für die Modernisierung der historischen Hasse-Aula von anfangs 3,7 auf inzwischen sechs Millionen Euro hochgeschnellt sind: „Da ist dann aber auch ein Puffer einkalkuliert“, sagt Thomas Schramm. Der Geschäftsleiter der Rudolf-Steiner-Schule (und Chef des Fördervereins) ist seit Wochen mit Ingenieuren im Gespräch, die Statik, Brandschutz und weitere Technik klären, damit der Entwurf des Architektenteams Knaack und Prell umgesetzt werden kann. Demnach könnte ein Lift an der Hofseite angebracht werden – wenn der alte Anbau durch einen größeren ersetzt wird, um Sportgeräte, Toiletten, Requisitenraum und eine Garderobe unterzubringen. Dann könnten endlich auch gehbehinderte Menschen unter den 235 Zuschauern sein.

Nächste Woche, am Mittwoch, 20. Februar, will Schramm Bergedorfs Lokalpolitikern, Bundestags- und Bürgerschaftsvertretern sowie der Verwaltung und dem Denkmalschutzamt erläutern, warum eine neue Jugendstil-Fassade an der Hasse-Straße eine halbe Million Euro kosten wird. Zudem ist die Modernisierung der Orgel ebenso mit 200.000 Euro veranschlagt wie die Miete für ein großes Zirkuszelt – denn während der zweijährigen Bauzeit brauchen die Schüler einen Ort für Sport und Aufführungen.

„Ich brauche von den Politikern ein deutliches Signal, ob und wann wir eine verbindliche Zusicherung bekommen“, sagt Schramm, der auf den Sanierungsfonds der Stadt setzt, zugleich auf das Entwicklungsprogramm Rise, das bis Ende 2020 angesetzt ist. Daher sieht der Zeitplan vor, „dass wir Mitte 2020 die Schaufel in die Hand nehmen“. Die beiden Hamburger SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs und Metin Hakverdi hätten schon Kulturmittel aus Berlin in Aussicht gestellt. Auch die Stiftung Deutscher Denkmalschutz wolle sich beteiligen, um die 1909 eröffnete Aula zu bewahren. Schramm: „Aber es wird eine Puzzle-Finanzierung, wir müssen Klinken putzen.“

Für den 19. Februar sind Bergedorfs Kunst- und Kulturschaffende eingeladen, sich von 17 Uhr an die örtlichen Gegebenheiten anzuschauen. Chor- und Theateraufführungen wären noch an 22 freien Wochenenden im Jahr möglich. Die Miete etwa für einen Sonnabendabend beträgt 250 Euro. Allein: „Musik mit elektronischer Verstärkung gibt einen komischen Hall“, warnt der Schul-Geschäftsleiter, der für den nächsten „Tag des Denkmals“ am 8. September ein Orgel-Konzert verspricht.