Lohbrügge

Firmenchefs auf den Zahn gefühlt

Wirtschaft Richard-Linde-Weg-Schüler beim Gründertalk

Lohbrügge. . Nun wird es persönlich. Das jugendliche Plenum möchte von den Geschäftsfrauen Katrin Eggers und Daniela Böhm wissen, „welche drei Eigenschaften Sie von Ihren Eltern mitbekommen haben“. Böhm, Chefin der Bergedorfer Agentur „Hamburger Werbeköppe“, spricht von Selbstvertrauen, Glaube an die eigenen Fähigkeiten, familiärem Rückhalt. „Meine Eltern haben mir nie reingeredet“, sagt die 39-Jährige.

Was die Stadtteilschüler vom Richard-Linde-Weg beim Gründertalk im Kiku von der Werbefachfrau und der Börnsener Immobilienunternehmerin Eggers wissen wollen, ist vielschichtig: Ausbildung, erste Aufträge, Existenzängste zu ğBeginn der Selbstständigkeit, eigenes Erfolgscredo. Katrin Eggers (30) hat erkannt: „Man sollte schnell lernen, dass man keinen Chef mehr hat.“ Daniela Böhm ergänzt: „Als Selbstständige musst du arbeiten, arbeiten, arbeiten.“

Der Talk ist eine Station beim viertägigen Projekt „Campusunternehmer“, welche die Altonaer Agentur für Bildungsprogramme „Futurepreneur“ nun schon im zweiten Jahr mit der Lohbrügger Schule realisiert. Zwei Coaches arbeiten mit den Schülern an Kreativität, Ideenentwicklung, Praxisberichten – bis es an Tag 4 für die Nachwuchsgründer im Alter von 14 bis 19 Jahren auf die Straße geht und die Produkte an den Mann gebracht werden sollen. Agentur-Geschäftsführerin Kerstin Heuer: „Geschäftsideen zu entwickeln, findet man in diesem Alter cool und attraktiv. Leider aber ist wirtschaftlicher Unterricht an vielen Schulen nicht so ausgeprägt.“

Die Stadtteilschule am Richard-Linde-Weg ist die einzige Schule in Bergedorf, die im Verbund mit dem Gymnasium Bornbrook ein Wirtschaftsprofil anbietet. Gut so, denken Malvika Ghai und ihre Mitschüler: Die 16-jährige Malvika bleibt nach dem Gründertalk, dessen Gesprächspartner von den Junioren der Wirtschaftlichen Vereinigung (WSB) gestellt werden, unbeirrt: „Ich will auch mal ein Unternehmen gründen, vielleicht auch im Bereich Immobilien. Obwohl es immer ein großes Risiko ist, alles zu verlieren.“

Das Gespräch von Schülern mit Vertreter aus der realen Wirtschaft kommt laut André Ritter, Sprecher der WSB Junioren, total an: „Wir hatten im Vorjahr die Rückmeldung, dass der Talk den Schülern wirklich viel gebracht hat.“