5000 Arbeitsplätze

Oberbillwerder: Coworking statt eigene Büros

Beispiele für „Coworking Spaces“ in Oberbillwerder – Büros, die nur zeitweise für Arbeitssitzungen angemietet werden.

Beispiele für „Coworking Spaces“ in Oberbillwerder – Büros, die nur zeitweise für Arbeitssitzungen angemietet werden.

Foto: IBA Hamburg / Johannes Arlt // ADEPT / BGZ / Tim Schreiber

Bergedorf. Viele der 5000 Arbeitsplätze als „Coworking Spaces“ – 3. Teil der Serie zum neuen Stadtteil

Bergedorf.  Sie gelten als eines der größten Fragezeichen, die hinter dem neuen Stadtteil Oberbillwerder stehen: Wie und vor allem wo sollen die bis zu 5000 Arbeitsplätze entstehen, die der Masterplan neben den 6000 Wohnungen- 800 Reihen- und 200 „verdichteten“ Einfamilienhäusern vorsieht?

„Kluge Verteilung“

„Wir planen hier keine Schlafstadt an der Peripherie, sondern ein Quartier, das Spaß macht, wo man gern hinziehen möchte“, betont Oberbaudirektor Franz-Josef Höing. „Dazu gehört im Kern die kluge Verteilung von Wohnen, Arbeiten und anderen Nutzungen im Stadtteil.“

Was 18.000 Menschen brauchen

Konkret gehen die Planer davon aus dass etwa die Hälfte der Jobs direkt durch die Menschen des rund 18.000 Einwohner großen Stadtteils getragen wird – also in Form von Verkäufern, Lehrern, Erziehern, Müllwerkern, Hausmeistern oder Reinigungskräften. Immerhin werden in Oberbillwerder bis zu 14 Kitas, zwei Grundschulen und ein Bildungs- und Begegnungszentrum mit Gymnasium und Stadtteilschule gebaut. Auch Bücherhalle, Elternschule, Kultur- und Sozialeinrichtungen sind vorgesehen, ebenso Platz für Kirchen und andere Gotteshäuser. Ferner sieht der Masterplan Supermärkte und Einzelhändler mit bis zu 7000 Quadratmetern Verkaufsfläche entlang der zentralen Fußgängerzone am S-Bahnhof Allermöhe vor, wo auch Cafés und Restaurants einziehen.

Hinzu sollen diverse Handwerksbetriebe kommen, die in den Erdgeschossen der elf Parkhäuser, den sogenannten Mobility-Hubs, ihre Werkstätten einrichten, ebenso wie in zahlreichen Handwerkerhöfen, die entlang des Bahndamms geplant sind.

Arbeitsplatz mit Tisch und Stuhl

Doch damit nicht genug: Oberbillwerder soll Platz bieten für hochmoderne Arbeitsformen – schließlich wird es ab 2025 bezogen, wenn es in vielen Berufen zum Arbeiten kaum mehr als einen tragbaren Computer braucht. Der Arbeitsplatz kann also überall dort sein kann, wo ein Tisch, ein Stuhl und vielleicht noch ein Cappuccino zu haben ist.

„Coworking Spaces“

Um den neuen Stadtteil für diese Jobs attraktiv zu machen, denken die Planer Oberbillwerder hochmodern. So soll es Büros geben, die von Firmen für Projekte oder Treffen von Arbeitsgruppen gemietet werden („Coworking Spaces“). Zudem wird darauf geachtet, Investoren für sogenannte hybride Büro-Wohn-Lofts zu finden, also Gebäude, in denen Wohnungen neben Büros untergebracht sind. Und natürlich werden alle „normalen“ Wohnungen so geplant, dass sie Möglichkeiten für das Arbeiten zu Hause, also Home-Office-Plätze bieten.

Schwimmbad mit fünf Wettkampf-Bahnen

„Eine moderne und an den Bedürfnissen der Bewohner orientierte Nutzungsmischung ist die Voraussetzung für eine funktionierenden lebendigen Stadtteil“, fasst Karen Pein zusammen, Geschäftsführerin des Oberbillwerder-Projektierers IBA. Eine der herausragenden Besonderheiten dürfte das Schwimmbad sein: Mit fünf Wettkampf-Bahnen und separatem Reha-Becken, soll es an der Fußgängerzone nahe des S-Bahnhofs entstehen.