Bergedorf

Wiedersehen im Filmsaal mit vielen alten Helden

Vorschau 2019 Bergedorfer Kinomacher nennen ihre Hits der nächsten Monate

Bergedorf. . Das gehört zu seinem Job: Manchmal verbringt John C. Barsoe, Geschäftsführer der Hansa-Filmstudios, ganze Vormittage damit, Filmtrailer durchzuschauen und zu sichten. Previews und Messen sind ebenfalls das Schwarzbrot des Mannes, der im Kino von Inhaber Dieter Lange das Programm der nächsten Monate zusammenstellt.

Und die Sichtung dieses Materials lässt Barsoe zu dem Schluss kommen: „80 Prozent der Neustarts sind Fortsetzungen, Spin-offs oder Remakes (Neuverfilmungen). Offenbar fehlt manchmal der Mut. Hollywood muss aufpassen.“ Denn große Streamingdienste wie Netflix oder Amazon Prime Video konkurrieren mit innovativen Eigenproduktionen, tollen Ideen und guten Darstellern um die Gunst des Publikums.

Schwere Zeiten für die Kinobranche, vor allem nach dem mäßigen Jahr 2018: Es stehen noch keine Endwerte fest, doch geschätzt kamen im vergangenen Jahr 14 Prozent weniger Besucher in deutsche Kinosäle. Nicht der Trend bei Barsoe/Lange, die trotz Fußball-WM und Traumsommer mit ausgeglichener Bilanz aufwarten können. Lange: „Das lässt Rückschlüsse zu, dass unser Programm und unser Service gut waren.“

Und das soll auch die nächsten Monaten so weitergehen – trotz kaum neuer Figuren: Die Animationsfilme „Drachenzähmen leicht gemacht 3“, „The Lego Movie 2“ (beide Bundesstart 7. Februar) sowie „Pets 2“ (27. Juni) sollten im Filmpalast an der Alten Holstenstraße ebenso ihre Fans finden wie die familienfreundlichen „Ostwind – Aris Ankunft“ (28. Februar), „Der kleine Rabe Socke 3“ und „TKKG“(beide 6. Juni).

Comic- und Actionsfans sehnen „Avengers 4: Endgame“ (25. April), „X-Men: Dark Phoenix“ (6. Juni), „Men in Black: International“ (13. Juni) oder auch „Spiderman: Far from Home“ (4. Juli) herbei. Ebenfalls voll im Trend liegen Realverfilmungen mit echten Schauspielern von Zeichentrickgeschichten wie „Dumbo“ (4. April), „Aladdin“ (23. Mai) oder „Der König der Löwen“ (18. Juli).

Dennoch: Es gibt auch neue Stoffe, frische Geschichten und Streifen mit Überraschungscharakter. John C. Barsoe könnte sich diesen Status bei „Plötzlich Familie“ (31. Januar) mit Actionstar Mark Wahlberg vorstellen. In der Komödie wird auf das Thema Pflegefamilien gesetzt. Barsoe entdeckte den Film bei der Vorpremiere zum Actionkracher „Bumblebee“ als Zugabe. „Das war der bessere Film“, sagt Barsoe, „nachdem ich ihn gesehen hatte, habe ich nachgedacht, ob man nicht mehr den Familien und Kindern helfen sollte, denen es nicht gerade gut geht“.

Weniger zum Nachdenken, mehr Kawumms ist das Motto von „Alita: Battle Angel“ (14. Februar), dem neuesten Mitglied im Action-Universum. „Dieser Sci-Fi-Film ist optisch ansprechend, auch der Trailer hat mir gefallen“, sagt Barsoe.

Nett klingt die Hintergrundstory von „Willkommen im Wunder Park“ (11. April), einem Animationsfilm mit einer schlichten, aber wunderbaren Geschichte. Ein kleines Mädchen entdeckt mitten im Wald kein Knusperhäuschen, sondern – genau – einen Vergnügungspark.

Einer der großen Kassenschlager 2018 war „Bohemian Rhapsody“, die Verfilmung des Lebens des charismatischen Sängers Freddie Mercury und seiner Band Queen. Auf ein ähnliches Rezept setzt „Rocketman“ (30. Mai), hier erhält nun Elton John seine autobiografische Würdigung auf der großen Leinwand. Dieter Lange: „Ich mag die Musik, das könnte ähnlich wie der Queen-Film laufen.“