Bethesda Krankenhaus

Chirurg: Knochenjob für einen Tüftlertypen

Dr. Uwe Dahn ist seit dem 1. Dezember 2018 am Bethesda Krankenhaus als Leitender Arzt für die Sektion Unfallchirurgie und Orthopädie tätig.  

Dr. Uwe Dahn ist seit dem 1. Dezember 2018 am Bethesda Krankenhaus als Leitender Arzt für die Sektion Unfallchirurgie und Orthopädie tätig.  

Foto: Jan Schubert

Bergedorf. Neuer Sektionschef Unfallchirurgie und Orthopädie hat sich noch nie selbst einen Knochen gebrochen: Dr. Uwe Dahn (50).

Bergedorf.  Das Bethesda-Krankenhaus Bergedorf (BKB) erweitert das medizinische Portfolio: War die Klinik am Glindersweg bislang für erstklassige Bauchoperationen bekannt, wartet das Team um Prof. Dr. Marco Sailer, Chefarzt und Ärztlicher Direktor, nun mit einem weiteren Spezialisten auf. Seit 1. Dezember 2018 füllt Dr. Uwe Dahn die Position des Leitenden Arztes für die Sektion Unfallchirurgie und Orthopädie aus. Der gebürtige Berliner ist außerdem Spezialist für Fußchirurgie.

„Der medizinische Fortschritt macht es erforderlich, sich zu spezialisieren“, sagt Prof. Sailer. Sein Haus kann nun auch Patienten mit komplizierten Frakturen und Knochenbrüchen aufnehmen und behandeln und muss sie nicht, wie es in der Vergangenheit vorkam, an andere Spezialkrankenhäuser verweisen.

Zwischen doppelter Schulterfraktur und Unterschenkelbruch

Damit werden auch alle Altersgruppen in der Bevölkerung bedient. Das bedeutet aber nicht nur operative Eingriffe bei Notfällen. Auch dem Wunsch nach künstlichen Gelenken oder Prothesen kann nun im BKB entsprochen werden. „Es ist schon im Vorweg sehr viel gute Arbeit geleistet worden“, findet Uwe Dahn, doch von seiner Verpflichtung verspricht sich die Klinikleitung nicht nur mehr Qualität, sondern auch mehr Quantität: „Unser Ziel muss es sein, von 400 auf 500 Knochen-OPs im Jahr zu kommen“, formuliert Prof. Sailer.

Uwe Dahn hat in den ersten drei Wochen 23 Operationen erfolgreich absolviert, zuletzt auch eine mehrstündige, eher seltene doppelte Schulterfraktur eines Senioren. Demnächst verarztet er einen Unterschenkelbruch eines 32-Jährigen – kompliziert, weil das Kniegelenk mit involviert ist, aber nun eben möglich.

Geduld, Konzentration, Präzison – und viel Wasserverlust

Drei lange operative Eingriffe am Tag sind schon die Regel bei Uwe Dahn – der dreifache, verheiratete Familienvater hat sich übrigens trotz viel Sports, unter anderem Skifahren, selbst noch nie etwas gebrochen. Und sein Job ist im wahrsten Sinne ein Knochenjob: „Wenn man drei Stunden die Bleischürze gegen Röntgenstrahlen trägt, verliert man schon einen Liter Wasser“, sagt der Spezialchirurg. Dazu Geduld, Konzentration, Präzision: „Als Unfallchirurg muss man Tüftlertyp sein.“

Der „Neue“ ist aber nicht nur der reine Operateur. Er beantwortet Anrufe, empfängt Patienten auch in Sprechstunden. „Ich empfinde die familiäre Praxis als sehr angenehm. Alles bleibt in einer Hand – von der ambulanten Aufnahme bis zur Nachbehandlung.“

Wechsel aus Hameln

Der 50 Jahre alte Dahn hat einiges erlebt in seiner Karriere, neben zwei Facharztausbildungen auch Auslandsengagements in England, den USA und Kanada. Zuletzt flickte Dahn Knochen am Sana Klinikum Hameln-Pyrmont zusammen, dann sah er die Bethesda-Ausschreibung – und bekam den Zuschlag.