Neubaugebiet Brookdeich

Bezirk sieht Sorgen der Unternehmer unbegründet

Bergedorf. . Den Schrotthandel Oesterreich direkt vor dem Wohnzimmerfenster – das kann ein spannender Ausblick sein. Aber spätestens beim Lärm dürfte die Begeisterung der Bewohner der 560 Neubauwohnungen des geplanten Gebiets „Brookdeich Südwest“ enden. Das fürchtet jedenfalls Christoph von Borck, Inhaber des alteingesessenen Schrotthandels am Brookdeich.

Doch seine und die Bedenken anderer Firmenchefs aus dem Gewerbegebiet Brookdeich/Brookkehre, geäußert bei der öffentlichen Plandiskussion im November, werden von der Verwaltung weitgehend verworfen. Das zeigt die Auswertung des Abends, die am Mittwoch im Stadtentwicklungsausschuss öffentlich diskutiert wird (18 Uhr; Rathaus, Wentorfer Straße 38).

So weisen die Stadtplaner des Bezirksamts darauf hin, dass auf dem jetzt überplanten Areal zwischen der Bahnstrecke nach Geesthacht, Neuem Weg und dem Brookdeich bis etwa Höhe Hassestraße gar kein vor Schall besonders zu schützendes Wohn-, sondern ein „urbanes Gebiet“ entstehe – mit deutlich höheren Immissionsgrenzen. Schließlich werden auf dem Areal auch der bestehende Aldi-Markt, eine Kita sowie weitere kleine Geschäfte liegen. Und nach einem Lärmgutachten von 2012 hielten selbst alle benachbarten Betriebe – auch der Schrotthandel – die Werte tagsüber ein. Den leichten Überschreitungen nachts könne mit passivem Schallschutz an den Neubauten begegnet werden. Ein Erschütterungsgutachten werde noch erstellt.

Gar keine Angst hat der Bezirk vor einem zugeparkten Brookdeich, obwohl nur knapp ein halber Stellplatz je Wohnung im Neubaugebiet vorgesehen ist, plus 90 Parkplätze für alle Besucher zusammen. Die Firmenchefs fürchten, dass ihre Lkw so nicht mehr durchkommen. Im Rathaus sieht man im knappen Parkraum dagegen einen Ansporn für die künftigen Bewohner, ganz auf das Auto zu verzichten und beispielsweise auf das Fahrrad umzusteigen.