Job-Agentur

Am Empfang wartet Roboter „Pepper“ auf Klienten

Die beiden Bergedorfer Daniela und Sebastian Wache beschäftigen den Roboter „Pepper“ in ihrer Hamburger Job-Agentur. Er kann nicht nur Besuch empfangen und zum richtigen Sachbearbeiter führen, sondern auf Nachfrage auch Informationen aus dem Internet einholen.

Die beiden Bergedorfer Daniela und Sebastian Wache beschäftigen den Roboter „Pepper“ in ihrer Hamburger Job-Agentur. Er kann nicht nur Besuch empfangen und zum richtigen Sachbearbeiter führen, sondern auf Nachfrage auch Informationen aus dem Internet einholen.

Foto: Thomas Voigt

Bergedorf. Daniela und Sebastian Wache beschäftigen Roboter „Pepper“ in ihrer Job-Agentur. Erstaunlich, was der digitale Kollege kann.

Bergedorf/Hamburg.  „Guten Tag, wie geht es Ihnen?“, fragt der kleine, schneeweiße Plastikmann und zwinkert mit seinen leuchtend grünen Augen. „Kann ich etwas für Sie tun?“ – „Ich suche eine Stelle“, antwortet die erstaunte Besucherin. – „In welcher Branche möchten Sie denn arbeiten?“, kommt es prompt von dem munteren Kameraden mit dem Bildschirm vor dem Bauch. Nach mehreren weiteren Fragen führt er die Besucherin zur richtigen Sachbearbeiterin: „Kommen Sie bitte mit, da ist Frau Hoffmann, Ihre Ansprechpartnerin.“

Am Empfang wartet Roboter „Pepper“

Der kluge Empfangschef heißt „Pepper“ und ist der erste Roboter seiner Art in ganz Hamburg. Sein Einsatzort ist seit Kurzem die Personalvermittlungsagentur „Jobdistrict“ der beiden Bergedorfer Daniela und Sebastian Wache in der Hamburger Altstadt. „Pepper kann nicht nur ein vorgegebenes Frage-Antwort-Raster durchspielen, sondern er erkennt an der Mimik auch die Stimmung seines Gegenübers und kann darauf eingehen“, sagt Daniela Wache: „Und er kann auch lernen und bei seinen Einsätzen seinen Wortschatz erweitern – je nachdem, was seine Gesprächspartner ihm erzählen.“ Sebastian Wache ergänzt: „,Pepper’ ist fast wie ein richtiger Kollege, und das ist natürlich ein toller Gag in unserem Büro.“

So richtig bewähren soll sich der neue Kollege aber auf der nächsten Jobmesse. „Dort sehen die Stände der Arbeitsvermittler alle gleich aus“, sagt Daniela Wache: „Mit ,Pepper’ bringen wir einen echten Hingucker an den Start, der die Besucher ansprechen und anlocken kann.“ In Zeiten leergefegter Personalmärkte ist für Stellenvermittler jeder Kontakt zu Bewerbern von Bedeutung.

Mangel an Personal brachte den Ausschlag

Der beständige Mangel an hinreichend qualifizierten Kräften für einfache Aufgaben war es auch, der die beiden Personaler auf die Idee mit „Pepper“ brachte: „Für unsere Kunden finden wir häufig keine geeigneten Bewerber für Empfangstätigkeiten“, beschreibt Daniela Wache. Im Zeitalter von künstlicher Intelligenz und Digitalisierung haben wir uns gedacht: „Wenn wir in bestimmten Bereichen schon kein Personal vermitteln können, warum sollen wir nicht stattdessen einen Roboter anbieten?“

Zu diesem Zweck haben die beiden eine zweite Firma gegründet: Bei „Innodistrict“ kann man einen „Pepper“ für die eigene Firma käuflich erwerben – etwa für ein Maklerbüro. Etwa 20.000 Euro kostet der in Japan konzipierte und in Frankreich hergestellte Roboter – für die benötigte Software kommt je nach Anforderungsprofil noch einmal ein vier- bis fünfstelliger Betrag hinzu.

Die Vermarktung von „Pepper“ soll demnächst in den digitalen Medien laufen. Daniela und Sebastian Wache erwägen einen Facebook- oder Twitter-Account für den Empfangskollegen, wo er seine Erlebnisse im Büro erzählt.