Silvesterbilanz

Zahlreiche Autos in Flammen – Viele Angriffe auf Retter

Feuerwehrleute löschen an der Marnitzstraße zwei brennende Fahrzeuge.

Feuerwehrleute löschen an der Marnitzstraße zwei brennende Fahrzeuge.

Foto: christoph leimig / Christoph Leimig, Christoph Leimig

Bergedorf. An der Marnitzstraße in Lohbrügge wurden zwei Autos angezündet. Auch bei Autohandel in Glinde brannten mehrere Fahrzeuge.

Bergedorf. Zehntausende Menschen haben auf den Hamburger Straßen ins neue Jahr gefeiert. Die Polizei spricht von jeweils 10.000 Besuchern an der Binnenalster und an den Landungsbrücken. 50.000 feierten auf dem Kiez. Wie der Lagedienst der Polizei mitteilte, gab es zwischen 18 Uhr am Montag und 6 Uhr am Neujahrstags 1200 Einsätze – deutlich weniger als im vergangenen Jahr, als die Polizei 1600-mal ausrücken musste. Gründe für die Einsätze waren unter anderem Schlägereien, Körperverletzung, Ruhestörung, kleine Feuer durch Böller und Unfälle.

Die Hamburger Feuerwehr fuhr zwischen gestern, 18 Uhr, und heute Morgen, 6 Uhr, zu 335 Bränden. 245 davon waren kleine Brände, zum Beispiel von Mülleimern und Papiercontainern. Achtmal mussten die Beamten technische Hilfe leisten und 809-mal mit dem Rettungswagen ausrücken. Pro Stunde fuhr die Feuerwehr rund 96 Einsätze. Rund 268 Feuer und 64 Notfalleinsätze standen im Zusammenhang mit der Verwendung von Silvester-Feuerwerk.

Retter mit Feuerwerkskörpern angegriffen

Es sei es „eine ganz normale Silvesternacht“ gewesen, sagte ein Sprecher. Allerdings wurden auch an diesem Jahreswechsel wieder etliche Menschen durch Feuerwerkskörper oder infolge von Streitigkeiten verletzt. Zudem gab es zahlreiche Angriffe mit Böllern auf Bürger, Polizisten und Rettungskräfte. Eine Polizeisprecherin berichtete von „auffällig vielen Fällen“, in denen zumeist junge Männer gezielt oder fahrlässig gefährliche Feuerwerkskörper auf Personen geworfen oder geschossen hätten. So wurden am Barmbeker Markt Feuerwehrleute angegriffen, die dem Opfer einer Messerstecherei helfen wollten.

Zwei Fahrzeuge brennen an der Marnitzstraße

An der Marnitzstraße in Lohbrügge standen gegen 22.10 Uhr in der Silvesternacht zwei Fahrzeuge in Flammen. Ein VW Golf brannte komplett aus, ein weißer Kastenwagen wurde erheblich beschädigt. Die Feuerwehr löschte mit Wasser und mit Pulver. Die Polizei geht nach ersten Erkenntnissen von Brandstiftung aus. Offenbar hatten Unbekannte brennbares Material in den Kühlergrill des Kastenwagens gesteckt und angezündet.

Zudem gingen in der Silvesternacht mehrere Wertstoff- und Abfallcontainer durch Brandstiftung in Flammen auf. Unter anderem brannte es an der Korachstraße und am Binnenfeldredder in Lohbrügge und am Henriette-Herz-Ring in Neuallermöhe. Am Wiesnerring in Nettelnburg brannten mehrere Batterien Feuerwerkskörper in einem Einkaufswagen ab. Die Feuerwehr musste löschen.

Feuer bei Kfz-Werkstatt in Glinde

Das größte Feuer ereignete sich gegen 2.50 Uhr auf dem Gelände einer Kfz-Werkstatt in Glinde an der Straße Am alten Lokschuppen. Als die Feuerwehr eintraf, loderten die Flammen auf dem Hof bereits meterhoch. Nicht nur Mülltonnen, auch mehrere Fahrzeuge standen in Flammen. Laut Polizei brannten ein Smart und ein Mercedes sowie zwei Kompressen komplett aus, vier weitere Fahrzeuge wurden beschädigt. Der Schaden wird auf 70.000 Euro geschätzt. Brandstiftung gilt als wahrscheinlich.

Ein Schaden von etwa 10.000 Euro entstand bei einem Feuer am Einkaufszentrum Grenzweg in Reinbek. Dort standen gegen 21 Uhr 20 Meter der Überdachung eines Verbindungsweges in Brand. Die Feuerwehr konnte verhindern, dass die Flammen auf die angrenzende Bäckerei übergriffen. Laut Polizei kann eine Feuerwerksbatterie als Brandursache nicht ausgeschlossen werden.

Rakete setzt Schuppen in Brand

Innerhalb von 26 Sekunden gab es für Geesthachts Feuerwehr um 23.35 Uhr gleich zwei Alarmmeldungen. Zunächst wurde ein Wohnhausbrand in Kröppelshagen gemeldet, dann ein Dachstuhlbrand an der Plaisirstraße. In Kröppelshagen war dann nur ein Schuppen betroffen. „Dort war eine Rakete eingeschlagen“, so Meier.

In Geesthacht waren zum Glück nur Gegenstände auf einem Balkon betroffen. Die Einsatzkräfte konnten dennoch nicht rechtzeitig wieder um Mitternacht bei ihren Familien sein. Laut Polizei-Leitstelle kam es im Zuständigkeitsbereich zu 35 Fällen von Körperverletzung und 21 Mal randalierten Leute.

Leitstelle registriert 62 Silvester-Einsätze

Die Integrierte Regional-Leitstelle in Bad Oldesloe registrierte zwischen 18 und 6 Uhr 62 Einsätze im Zusammenhang mit Silvester. Von dort disponieren die Mitarbeiter Einsätze der Feuerwehren und des Rettungsdienstes im Lauenburgischen, in Stormarn und Ostholstein. 16 Verletzungen, die auf den Umgang mit Knallkörpern zurückzuführen sind, wurden gemeldet. „Die Verletzungen waren meistens kleinere Verbrennungen, bei denen die Betroffenen zur Versorgung in Krankenhäuser gebracht werden mussten“, berichtete Schichtführer Stefan Eichler.