Bergedorf

Gegen den „Kater“ am Neujahrstag

tipps Damit es kein böses Erwachen gibt

Bergedorf. . Kommen Sie gut ins neue Jahr 2019! Ohne schweren Kopf am Neujahrsmorgen. Das könnte bei der einen oder anderen Silvesterparty gar nicht so einfach sein, wenn das Bier so lecker schmeckt und der eine oder andere Schnaps die Stimmung in die Höhe treibt. Doch wie lässt sich der „Kater“ vermeiden und dabei trotzdem gut feiern, wenn Alkohol dabei sein soll?

„Man sollte wissen“, sagt Christoph Ossolinski aus der Elefanten-Apotheke an der Lohbrügger Landstraße, „dass die Alkoholaufnahme immer eine Vergiftung des Körpers ist“. Welche Prozesse dabei vonstatten gehen, weiß Ernährungsberaterin Britta Gerlach-Bogumil aus Bergedorf: „Durch den Alkohol gerät das Gleichgewicht der Mineralstoffe wie Kalium, Natrium, Magnesium und Kalzium mit dem Wasser im Körper durcheinander.“ Mögliche Folgen: migräneartiges Kopfweh, Schlappheit, Übelkeit, Schwindel, eventuell Herzrasen – vor allem großer Nachdurst.

Doch es gibt Maßnahmen gegen die „Matschbirne“ am nächsten Tag – und zwar lange, bevor die Feier beginnt. Um dem späteren Flüssigkeitsentzug durch Alkohol vorzubeugen, hilft viel Trinken, am besten Wasser oder Schorlen. Britta Gerlach-Bogumil rät zudem: „Ausreichend, gesund und vollwertig essen, Süßigkeiten vermeiden, eine gute Grundlage schaffen.“ Dabei darf das Essen ruhig etwas fetthaltiger sein. Fett verzögert die Alkoholaufnahme, ein schöner Salat mit Mayonnaise und Thunfisch kann hier nützlich sein – je schneller die Giftstoffe ins Blut gelangen, desto unangenehmer sind die Folgen.

Flüssigkeitsverlust und Erweiterung der Blutgefäße

Wenn es dann launig und feucht-fröhlich zugeht, können kleine Snacks zwischendurch Wunder wirken, zum Beispiel belegte Brote, saure Gurken, gesalzene Nüsse. Da durch Alkohol im Körper Flüssigkeit verloren geht, sollte dann und wann ein nicht alkoholisches Getränk eingestreut werden, das wirkt der Dehydrierung entgegen.

Wer nicht beim Bier am Silvesterabend bleiben mag, erhöht die Gefahr eines schweren Kopfes. Das liegt an Fuselölen, die in höherprozentigen Alkoholika enthalten sein können, beim Gärungsprozess entstehen und als Geschmacks- und Aromaträger fungieren. Diese Substanzen können die Blutgefäße im Hirn beeinflussen und dazu beitragen, dass der Kopf dröhnt.

Eher ungünstig für den dynamischen Neujahrsmorgen erscheinen in diesem Kontext Glühwein, süße Weine oder Liköre, nicht nur wegen der Fuselöle: Warmer, zucker- oder kohlensäurehaltiger Alkohol geht schneller ins Blut – mit den beschriebenen Folgen.

Tabletten? Lieber nicht

„Unbedingt vor dem Schlafengehen viel Wasser trinken, damit der Körper die Defizite wieder ausgleichen kann“, rät Britta Gerlach-Bogumil, wenn die Party vorbei ist. Generell vor dem Einschlafen oder am nächsten Tag eine Kopfschmerztablette einzuwerfen, hält Christoph Ossolinski für das allerletzte Mittel. „Ich empfehle da eher am nächsten Tag die Einnahme eines Elektrolyte-Präparats in Pulverform.“

Was aber tun, wenn’sgemein „hämmert“?

Doch was hilft, wenn der böse „Kater“ da ist? Ein ausgewogenes, leichtes Frühstück mit Vollkornbrot oder Müsli mit frischem Obst empfiehlt Beraterin Gerlach-Bogumil, und „unbedingt viel Flüssigkeit für den Körper, am besten mit Mineralwasser oder Fruchtsaftschorlen.“ Ein halber Liter Apfelschorle, Orangensaft oder Tee können das Defizit an Kalium und Natrium ausgleichen und: „Diese Getränke helfen der Leber beim Abbau des Alkohols“, sagt Christoph Ossolinski.

Wem so übel ist, dass er keinen Bissen verträgt, sollte es hingegen mit stillem Wasser und ein paar Löffeln Gemüsebrühe versuchen. „Und frische Luft bei einem Spaziergang bringt den Körper eh in Schwung“, sagt Britta Gerlach-Bogumil.

Eines ist aber auch entscheidend: Geduld. „Die braucht es, denn das Gift muss erstmal raus aus dem Körper“, weiß Apotheker Ossolinski.