Bergedorf

Grüner Loop ist das Herzstück

Oberbillwerder Serie zu den sieben Bausteinen des Masterplans / 1. Teil: Freiraum

Bergedorf. . Geht es nach den Stadtplanern, wird Oberbillwerder wie ein lebendiger Organismus werden, durchzogen von grünen Adern. Als Aneinanderreihung kleiner Parks, vorbehalten für Rad- und Fußwege, mit Grün, Wasser und ganz ohne jegliche Straße, sollen die Adern ihm sein typisches Leben einhauchen. „Dieser Grüne Loop ist das Herzstück des neuen Stadtteils. Er prägt den Grundriss und gibt Oberbillwerder ein unverwechselbares Gesicht“, sagt Karen Pein, Geschäftsführerin des städtischen Quartiersentwicklers IBA Hamburg.

Mit dem Blick auf dieses Herz starten wir heute unsere siebenteilige Serie, die die Grundideen des Masterplans für Hamburgs 105. Stadtteil vorstellt. Ihn will der Senat im Januar beschließen. Voraussichtlich 2022 beginnen die Bauarbeiten, zwei Jahre später sollen die ersten der 7000 Wohnungen bezogen sein. Dann wird sich zeigen, ob in Schulen, Kitas und Geschäften, durch Start-up-Unternehmen und Handwerksbetriebe tatsächlich die erhofften 5000 Arbeitsplätze entstehen.

Der Grüne Loop durchzieht den Stadtteil und verbindet alle wichtigen Einrichtungen. Darunter die zentrale Einkaufsstraße am S-Bahnhof Allermöhe, das hier geplante Schwimmbad, die drei Schulen mit ihren umfangreichen Sportanlagen, die voraussichtlich 14 Kitas, alle zentralen Plätze in den fünf Quartieren Oberbillwerders. Und er verzweigt sich zum Rand des Stadtteils, um den Kontakt herzustellen zur umgebenden Kulturlandschaft, zum Naturkorridor im Westen sowie den Nachbarstadtteilen Bergedorf-West im Osten und durch zwei Radwege-Durchstiche unter dem Bahndamm auch zu Neuallermöhe im Süden.

Während die eigentliche Ringstraße Oberbillwerders mit ihren Auto-, Anliefer- und Lkw-Verkehr ganz vom Grünen Loop getrennt im Stadtteil verläuft, übernimmt er wichtige Funktionen der Entwässerung. Er umfasst genau jene Flächen, die bei Starkregen volllaufen sollen – und die mit dem bis zu sechs Meter breiten Entwässerungsgraben im Norden verbunden sind. Der bildet dort eine klare Trennlinie zur Landwirtschaft Billwerders. An seinem Rand soll ein Wanderweg verlaufen, der vielfach über Holzbohlen dieses Feuchtgebiet am Rand Oberbillwerders erschließt und den Blick in die weite Landschaft öffnet.

Weitere wichtige Freiräume im Stadtteil sind für die IBA der im Osten rund um die dort geplante Stadtteilschule vorgesehene Aktivitätspark. Er soll diverse öffentlich nutzbare Sportfelder bieten, ebenso Fitnessgeräte für Senioren. Nicht zuletzt soll die Nähe zur im Osten und Nordosten angrenzenden großen Kleingartenanlage Raum für Naherholung bieten.

Das Zentrum Oberbillwerders wird eine Fußgängerzone bilden, die sich vom S-Bahnhof Allermöhe nach Norden erstreckt. Hier sollen kleine Läden, Gastronomie, kulturelle und soziale Einrichtungen zum Verweilen einladen – als Erweiterung des auf gerader Linie unter dem Bahndamm zu erreichenden Neuallermöher Fleetplatzes.

Damit diese klare Trennung vom Autoverkehr gelingt, muss Oberbillwerder Bewohner anziehen, die ohne eigenes Auto im Stadtteil leben wollen. Dazu der nächste Serienteil: Wohnen und Nachbarschaft.