Bergedorf.

Weniger Babys, aber mehr Hochzeiten

Standesamtszahlen Trauungen liegen voll im Trend

Bergedorf.  So richtig kann es sich Dirk Bakker „auch nicht erklären“. Doch wenn Bergedorfs Standesamtsleiter einen Blick in seine Zahlen wirft, dann wird sehr schnell deutlich: Die Bergedorfer sind ganz heiß aufs Heiraten. Seit 2016 stieg die Zahl der Trauungen im hiesigen Standesamtsbereich rasant an: Nach 507 Eheschließungen im Jahr 2016 waren es 2017 schon 552 Trauungen. 2018 toppt das alles nochmal mit 619 Hochzeiten.

Auch die „Ehe für alle“, die im Oktober 2017 für homosexuelle Paare eingeführt wurde, hat ihren, wenn auch kleinen, Anteil daran. 16 schwule und 18 lesbische Paare heirateten 2018 in Bergedorf, nach 11 beziehungsweise 9 im Vorjahr. „Es gibt auch mehr Umwandlungen von eingetragenen Lebenspartnerschaften in die Ehe für alle“, stellt Bakker fest. 22 Fälle waren das.

Jetzt zwischen den Jahren wird es – auch wegen der großen Nachfrage von Last-Minute-Hochzeiten im Dezember – noch einige Trauungen an der Wentorfer Straße geben.

Die Standesbeamten haben jedoch auch weniger schöne Aufgaben, müssen etwa Todesfälle beurkunden. 1009 Bergedorfer starben 2018 bis zum 21. Dezember, bereits einige mehr als im kompletten Jahr 2017 (985). Im Gegenzug wurden bis zum 21. Dezember etwas weniger Neu-Bergedorfer geboren. 817 Geburten wurden dem Standesamt bis dahin gemeldet (2017: 847). Und auffällig diesmal: Während die Jungs bisher zahlenmäßig immer nur ganz leicht die Nase vorn hatten, sind es nun deutlich mehr männliche als weibliche Babys: 434 Jungs gegenüber 383 Mädchen.

Die meisten der kleinen Neubürger haben nur einen Vornamen (515 Babys). Aber auch die Zahl der Kinder mit zwei, drei oder noch mehr Vornamen steigt. In der Hitliste der beliebtesten Vornamen liegen Neuzugänge mit jeweils sieben Nennungen ganz vorn: Lina – im Vorjahr gar nicht unter den Top 30 – steht bei den Mädchen auf Platz eins, Adam (Vorjahr Platz fünf) bei den Jungs (siehe Infokasten). Sie haben Leni und Maximilian vom Thron verdrängt, die 2017 jeweils den ersten Platz belegten. Bei den zweiten Vornamen liegen Marie und Alexander ganz vorn.