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„Die Kinder wollen alle zurück“

Friedensdorf-Hilfe soll den jungen Patienten eine Zukunft daheim in Afghanistan oder Angola geben

Fortsetzung von Seite 1.  Die Ärzte in Deutschland sind oft ihre einzige Hoffnung auf ein gesundes Leben in der Zukunft. Doch viele Kinder, die über die Teams des Friedensdorfes International zur Behandlung nach Deutschland geholt werden, sind eben auch nur Kinder wie alle anderen. Und so ist das Friedensdorf in Oberhausen, wo die jungen Patienten leben, auch ein Ort des Heimwehs. „Die Kinder wollen alle zurück nach Hause“, sagt Janna Leptien aus dem Büro Oldenburg. Und das nicht etwa, weil es hier schrecklich wäre, sondern einfach „weil es eben ihre Heimat ist, wo ihre Familien leben“. Um das Heimweh und auch die Sorge der Eltern daheim nicht zu fördern, ist der Kontakt nach Hause deshalb stark eingeschränkt.

Auch Mohammed, der gut zwei Jahre in Boberg wegen einer Knochenentzündung behandelt werden musste, „sei sehr traurig gewesen“, sagt Janna Leptien. „Er wollte unbedingt nach Hause.“ Und als einmal die geplante Rückreise doch noch verschoben werden musste, sei der Junge untröstlich gewesen. Jetzt jedoch ist der 14-Jährige nach Afghanistan zurückkehrt, wird allenfalls dann noch einmal nach Deutschland kommen müssen, wenn die Platten am Oberschenkel entfernt werden müssen.

Die Rückkehr der Kinder in ihre Heimat ist strenge Maxime des Friedensdorfes. Die Kinder werden nicht nur sehr sorgfältig ausgewählt – nach Deutschland kommt nur, wer arm ist und in seinem Heimatland nicht adäquat behandelt werden könnte –, es sollen auch keine Begehrlichkeiten geweckt werden. Deshalb sind die Kinder in Deutschland weitgehend unter sich, es gibt eine liebevolle Betreuung, aber wenige Kontakte nach außen.

Zur Abreise darf dann auch nur ein Koffer gefüllt werden, eine Einheitsgröße für jedes Kind. Nicht alles darf dort hinein. Beispielsweise nichts, was die Eltern daheim erzürnen könnte. Und auch keine elektrischen Geräte, die dort sowieso nicht funktionieren. Oder Kontaktdaten aus Deutschland. „Die Familien dort sind arm. Sie sollen nicht verführt werden, hierherzukommen“, sagt Janna Leptien.

Infos zu Spenden an das Friedensdorf unter www.friedensdorf.de. Auch das BG Klinikum muss die Behandlung der Kinder teilweise über Spenden finanzieren: Empfänger BG Klinikum Hamburg gGmbH, IBAN: DE63 2004 0000 0120 3900 00.