Zimmerer

Holz, Nägel und Tipps für den Bauspielplatz

Foto: Anne Strickstrock / BGZ / Anne Strickstrock

Lohbrüge. Bergedorfer Zimmerer unterstützen kleine Handwerker, die großes Pech hatten.

Lohbrügge.  Schon die Überschrift tat ihm weh: „Vandalen wüten auf Bauspielplatz“, hatte Ende November in unserer Zeitung gestanden, darunter: „Spenden für Wiederaufbau erbeten“. Da zögerte Jesco Reher von der Zimmerei Pietsch nicht lang: „Da muss das Handwerk doch unterstützen, ich habe sofort meine Zimmerer-Kollegen angerufen.“

Acht Zimmerer-Betriebe und die Volksbank helfen

Mit Erfolg: Acht Betriebe sammelten 2000 Euro, dazu kommen 300 Euro von der Volksbank Vierlande-Bergedorf-Stormarn. Endlich können die Jungs vom Bauspielplatz an der Grundschule Max-Eichholz-Ring wieder lachen.

Das sah vor wenigen Wochen noch ganz anders aus: „Da waren Leute, die unsere Holzhütten kaputtgemacht haben, sogar die Pfeiler sind zersägt und die Werkzeugkiste aufgebrochen“, sagt Tim (8). „Das ist doof, wir haben uns so viel Mühe gegeben“, ergänzt Bo (9). Länger als ein Jahr hatten sie nachmittags bei den „Elbkindern“ gewerkelt, mit knapp 30 anderen Dritt- und Viertklässlern. In nur wenigen Stunden jedoch war alles mutwillig zertrümmert. Blieb bloß eine Anzeige wegen Sachbeschädigung bei der Polizei.

Firma Buhck bringt Container für die Entsorgung

Sehr bald ist nun Hilfe in Sicht: Schon heute kommt die Firma Buhck mit einem Container vorbei, um Holzbruchstücke und Schrott kostenlos abzuholen. Und danach kann „Baui“-Leiter Tim Mirring mit den Kindern einkaufen gehen: Das Geld reicht locker für neue Bretter, Nägel, Sägen und Hämmer. „Wir sind von Herzen super dankbar“, sagt er – und freut sich auf einen Termin im Januar. Dann wollen die Zimmerer ihre Auszubildenden vorbeischicken, um eine richtig stabile Holzhütte zu bauen, in der auch das Werkzeug sicher lagern kann.

„Mutti holt von der Baustelle ab“

Auf die Lehrlinge richtet sich dabei ein besonderes Augenmerk, denn Bergedorfs Zimmerleute sorgen sich um den Nachwuchs: „Die schlurfen bloß gemütlich über den Hof“, meint Reher. „Die werden nachmittags von Mutti auf der Baustelle abgeholt. Und spätestens im dritten Lehrjahr, wenn es mit den Weibern losgeht, sind sie nicht mehr pünktlich“, sagt Jan Henrik Zeyn schmunzelnd. Die Holzwerker ärgern sich auch darüber, dass die Jugend ständig am Handy hängt. Wenn jemand indes durch die Gesellenprüfung fällt, liege das meist an mangelnden Mathematik-Kenntnissen.

Nachwuchs muss viel lernen

Nicht zuletzt aber habe die Jugend es einfach nicht mehr gelernt, mit den Händen zu arbeiten. „Wir haben früher Baumhäuser gebaut und sind durch den Wald getobt“, sagen die Zimmerleute – und sehen ein: „Das machen die heute nicht mehr. Deswegen muss die heutige Jugend bei uns viel mehr lernen als zuvor.“ Jesco Reher will den Schalter umlegen: „Die Kinder sind heute so, da müssen wir einen Weg finden, damit umzugehen. Sonst finden wir bald gar keinen Nachwuchs mehr.“ Um so mehr freuen sich die Handwerker über den Bauspielplatz – wenn auch Bo Architekt werden will und Tim Lkw-Fahrer.

Diese Firmen haben gespendet: Zimmerei Reimers und Hansen, Wilhelm Bruns, Hermann Barnstorf Zimmerei, Kohbau Holz- und Baustoffhandel, Thorsten Fischer Zimmerei + Holzbau, Zeyn Holzbau, Zimmerei Nehls, Zimmerei Pietsch.