Oberbillwerder

Handwerker hoffen auf Gewerbe neben Wohnungen

Auch in diesem Jahr besuchte Bergedorfs Baudezernent Uwe Czaplenski die Bergedorfer Bautage auf dem Frascatiplatz.

Auch in diesem Jahr besuchte Bergedorfs Baudezernent Uwe Czaplenski die Bergedorfer Bautage auf dem Frascatiplatz.

Foto: BGZ

Bergedorf. Wenn Hamburgs Oberbaudirektor am 22. November den Masterplan vorstellt, hoffen die Handwerker auch auf Gewerbeflächen.

Bergedorf.  Die einen wollen ruhig wohnen, Vögel zwitschern hören. Andere mögen es, wenn in der Nachbarschaft auch mal geschraubt und gehämmert wird, arbeitende Menschen Kisten schleppen. „In Altona und Eimsbüttel gibt es viele Handwerksbetriebe in der zweiten Reihe. Das sollte bedenken, wer den neuen Stadtteil Oberbillwerder plant“, fordert Andreas Kuttenkeuler, bei der Handwerkskammer für Bezirke zuständig.

Die jüngste Versammlung der Bergedorfer Bezirksmeister forderte: Auch Hamburgs 105. Stadtteil Oberbillwerder mit seinen geplant 7000 Wohnungen brauche Platz für produzierendes Gewerbe.

Mehr als „Kuschelhandwerk“ und Schreibtischjobs

Mit dieser Forderung wollen sie die Bezirksfraktionen konfrontieren. „Auch in einem Quartier der Zukunft werden nicht alle Bewohner am Schreibtisch sitzen oder zum Arbeiten in die Innenstadt fahren“, sagt Bezirkshandwerksmeister Christian Hamburg.

Handwerker brauchen auch Parkplätze

Neben lautlosem „Kuschelhandwerk“ wie etwa Friseuren, will Kuttenkeuler „auch das störende Gewerbe“ berücksichtigt sehen. Tischler, Maler, Raumausstatter, Elektriker und Sanitär-Fachleute „brauchen Flächen, die mindestens eine 300 Quadratmeter große Halle erlauben.“ zudem Stellplätze für etwa je zehn Autos: „Wenn der Klempner gerufen wird, kommt der mit einem Servicewagen. Auch Monteure brauchen Plätze für ihre Sprinter“, warnt die Handwerkskammer vor einem Verkehrskonzept, das 3500 Stellplätze in elf Parkhäusern vorsieht – ansonsten soll es „autoarm“ sein: Auf den Straßen soll nur gehalten, nicht geparkt werden.

1077 Betriebe im Bezirk

„Wird das Handwerk im Wohngebiet noch geduldet? Wir wollen die Politik sensibilisieren, erhoffen uns Statements“, heißt es aus Betrieben, die heute vielfach Schwierigkeiten haben, wenn sie sich erweitern wollen. Im Bezirk Bergedorf gibt es 1077 Handwerksbetriebe „darunter sind jedoch viele Einzelunternehmer“, weiß die Kammer.

SPD will „gestapeltes Handwerk“

Einen ersten Anlaufpunkt für politische Diskussion bietet die SPD am Dienstag, 20. November: „Wünsch dir was für Bergedorf“, heißt es um 20 Uhr an der Vierlandenstraße 27. Die Sozialdemokraten wollen Wünsche, Anregungen und Kritik sammeln für ihr Wahlprogramm. Der Diskussion stellen sich der Vorsitzende der Bergedorfer SPD, Schulsenator Ties Rabe sowie Paul Kleszcz, Vorsitzender der SPD-Bezirksfraktion: „Wir können die Handwerker beruhigen, es sind bis zu 20.000 Quadratmeter vorgesehen, auch für produzierendes Gewerbe. Aber es braucht innovative Bauformen, es gibt schließlich auch gestapeltes Handwerk, also Gewerbehallen übereinander.“

Öffentlicher Info-Abend zum Masterplan

Nächsten Donnerstag, 22. November, werden Dr. Dorothee Stapelfeldt (Senatorin für Stadtentwicklung) und Hamburgs Oberbausenator Franz-Josef Höing den Masterplan für Oberbillwerder öffentlich vorstellen. Interessierte kommen um 19 Uhr ins Forum vom Gymnasium Allermöhe am Walter-Rothenburg-Weg 41.