Nettelnburg.

Trinkwasser verfärbt sich nach Übung

FF Nettelnburg löscht fiktive Brände in Abbruchhaus – Einsatz sorgt für Druckabfall im Leitungsnetz

Nettelnburg.  Mehr als 25 aktive Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Nettelnburg haben am Freitagabend gegenüber der Bugenhagenkirche in einem leerstehenden Einfamilienhaus der Kirchengemeinde verschiedene Szenarien der Brandbekämpfung geübt. Die Kirche hatte der Feuerwehr das Haus als Übungsobjekt angeboten, weil dieses Anfang Dezember abgerissen wird.

„Die Freiwillige Feuerwehr unterstützt unsere Gemeinde auch immer mal tatkräftig, wenn etwa Manpower bei der Vorbereitung von Veranstaltungen benötigt wird“, erklärt Pastor Hartmut Sölter: „Nun konnten wir uns mit der Nutzung des Abbruchhauses für die Feuerwehrübung revanchieren – so funktioniert das Miteinander hier in Nettelnburg.“ Sölter hat sich die Übung am Freitagabend selbst interessiert angesehen.

Gegen 19.45 Uhr rückten die beiden Löschfahrzeuge der FF Nettelnburg am Nettelnburger Kirchenweg an. Hinzu kam die Drehleiter der Berufsfeuerwehr Bergedorf. Das Szenario war hoch realistisch gestaltet: „Feuer in einem leerstehenden Abbruchhaus“ lautete die Einsatzmeldung. Aus den Fenstern im Erdgeschoss flackerte es orangerot, aus dem Dach quoll Rauch, erzeugt mit einer Maschine für Theaternebel. Im Inneren des Hauses waren an mehreren Stellen Fässer aufgestellt, welche die Löschtrupps in den verrauchten Räumen ausfindig machen und füllen mussten. „Diesmal können wir richtig mit Löschwasser üben“, erklärt Thomas Hebisch, Wehrführer der FF-Nettelnburg: „Erst wenn die Fässer vollständig gefüllt sind, dürfen unsere Löschtrupps ,Feuer aus’ melden.“

Zuvor mussten sie aber zu den fiktiven Brandherden vordringen. Im Erdgeschoss durch das Aufbrechen der Eingangstür, im Obergeschoss mithilfe der Drehleiter. „Auch im Ernstfall besetzen wir als Freiwillige Feuerwehr mitunter den Korb der Drehleiter. Daher ist es wichtig, das Zusammenspiel mit den Maschinisten der Berufsfeuerwehr zu trainieren.“ Gleich mehrfach wurde daher der Einstieg in das Fenster im ersten Stock über den Korb der Drehleiter und das Anschließen der Schlauchleitung am Wasserwerfer geübt. „Das hat alles sehr gut geklappt“, lobt Hebisch seine Leute: „Nur einen Brandherd haben wir erst mit Verzögerung gefunden. Das Absuchen aller Räume ist neben dem Löschen Pflicht.“

Zum Ende der Übung dann noch Pech: Das Steigrohr im Unterflurhydrant bricht wegen Materialermüdung. Meterhoch schießt die Wasserfontäne einige Sekunden aus dem Boden. Der plötzliche Druckabfall sorgte dafür, dass Ablagerungen in den Wasserleitungen ausgespült wurden und sich das Trinkwasser in Alt-Nettelnburg für einige Zeit eklig-braun verfärbte. Gesundheitsschädlich sei das nach Auskunft von „Hamburg Wasser“ aber nicht gewesen.