Bauvorhaben

Ausschreibung gescheitert: Bauboom bremst Bergedorfer Tor

Foto: Aufwind Luftbilder

Bergedorf. Die Projektgesellschaft findet keinen Generalunternehmer. Der Baubeginn wurde auf Januar 2019 verschoben.

Bergedorf.  Der Startschuss für die Bauarbeiten am Bergedorfer Tor lässt weiter auf sich warten. Nachdem der Tiefbau auf dem alten Postgelände zunächst im Mai, dann im Juli und schließlich im Oktober losgehen sollte, rechnet die Projektgesellschaft Bergedorfer Tor nun mit einem Baubeginn erst im Januar 2019.

„Wir mussten eine neue Ausschreibung für den Rohbau machen“, erklärt Geschäftsführer Karl-Friedrich Konietzky. Die Suche nach einem Generalunternehmer sei nicht erfolgreich gewesen. Die neue Ausschreibung, die noch bis Ende November läuft, ist deshalb kleinteiliger angelegt und umfasst mehrere Teilpakete. „Wir erleben gerade eine Hochphase in der Baubranche“, so Konietzky. Wenn überhaupt Unternehmen verfügbar gewesen sein, dann nur zu Mondpreisen. Die Hoffnung sei nun, dass sich für die kleineren Pakete auch mittelständische Unternehmen bewerben.

Grundwasser muss abgesenkt werden

Dass die Neuausschreibung für den Hochbau auch den Tiefbau verzögert, liegt an der Besonderheit der Baustelle: Zwischen CCB-Fachmarktzentrum, ZOB und Stuhlrohrstraße muss in Teilen das Grundwasser abgesenkt werden. Dafür werden Rohre bis zum Schleusengraben verlegt, durch die dann das Wasser gepumpt wird. Damit diese Abläufe gut koordiniert werden können, müssen Hoch- und Tiefbauunternehmen sich zwingend untereinander abstimmen, so Konietzky.

Nach den bisherigen Verzögerungen war die Projektgesellschaft weiter davon ausgegangen, dass der Büro- und Wohnkomplex bis Ende 2020 fertiggestellt werden kann. Das ist nun anders, jetzt heißt das Ziel „Ende des 1. Quartals 2021“. Wobei die Planer hoffen, dass unter Umständen Zeit wieder aufgeholt werden kann. So könnte beim Rohbau nicht in zwei, sondern – je nach Kapazitäten und Genehmigungen – sogar in drei Schichten gearbeitet werden.

Mehr als 5000 Lkw-Ladungen Erdreich

Im Januar sollen aber zunächst die 60.000 Kubikmeter Erdreich, die der neuen Tiefgarage weichen müssen, abtransportiert werden – das entspricht mehr als 5000 Lkw-Ladungen. Bislang hatte die Projektgesellschaft noch auf die Ergebnisse der Bodenuntersuchung gewartet. Auf dem gesamten Areal waren 250 Proben in vier bis fünf Metern Tiefe entnommen und ins Labor geschickt worden.

Gestern ist immerhin das Gutachten der Ingenieure gekommen, das in den nächsten Tagen ausgewertet wird. Dadurch steht dann bald fest, welches Material etwa für den Straßenbau weiterverwendet werden kann und welcher Anteil auf der Deponie entsorgt werden muss.

Wohnungen, Büros, Einzelhandel und Gewerbe

Der Neubau auf dem 11.132 Quadratmeter großen Grundstück wird auf etwa 250 Stahlbetonpfeilern gebaut, die bis zu 14 Meter tief in die tragende Lehmschicht reichen. Der Komplex soll auf fünf bis neun Geschossen Raum bieten für knapp 100 Wohnungen, Büros, Altenpflegeangebote, ein medizinisches Zentrum, Gastronomie, Einzelhandel und Gewerbe.