Boberg

Im Carport regelmäßig zugeparkt

Boberger Anger  Anwohner Stefan Richly beklagt permanente Platznot – ohne Erfolg

Boberg.  Mindestens einmal in der Woche steht Stefan Richly vor diesem Problem: Er kann morgens aus seinem Carport-Stellplatz am Boberger Anger nicht ausparken, weil auf der gegenüberliegenden Seite der Wohnstraße verkehrswidrig Autos parken. „Es ist dann einfach zu eng hier“, sagt der junge Familienvater. „Und ich bin nicht der einzige in der Siedlung, der regelmäßig das Problem hat. Manchmal gibt es da richtig lautstarke Auseinandersetzungen.“

Mehrfach hat Richly schon Falschparker angezeigt, die jenseits der im dunkleren Grau gekennzeichneten Flächen standen und ihn behinderten. Doch am Kernproblem in dieser und den benachbarten Spielstraßen ändert das nichts: Es ist viel zu wenig Parkraum vorhanden. „Ein Stellplatz im Carport pro Reihenhaus und dann gerade mal ein halbes Dutzend öffentliche Stellplätze auf 60 Häuser, das ist einfach zu wenig“, sagt Polizeihauptkommissar Rainer Wilke von der Bergedorfer Verkehrspolizei. Bei der Planung des Neubaugebietes vor mehr als zehn Jahren sei ein viel zu niedriger Schlüssel für den öffentlichen Parkraum angesetzt worden. Einige Nachbarn haben schon zur Selbsthilfe gegriffen, kleine Grünflächen neben den Carportreihen abgeräumt und so einen weiteren Stellplatz geschaffen. Oder – sofern sie ein Endreihenhaus haben – eine Zufahrt in ihren Garten gelegt.

„Oben an der Boberger Höhe sind manchmal noch Plätze frei“, sagt Stefan Richly. „Dann muss man eben ein paar Schritte mehr laufen.“ Er hat bei Polizei und Bezirk schon mehrfach gefordert, die beliebtesten Falschparkplätze als Sperrflächen zu markieren oder auf halber Breite zu bepflanzen. „Geht aber nicht“, sagt Rainer Wilke. „Spielstraßen müssen laut Gesetz möglichst unmarkiert bleiben und sind zum Spielen da – auch wenn die Kinder heute lieber am Computer sitzen.“