Bergedorf

Mehr Kinderärzte für Bergedorf

Zwei halbe Stellen Nach Elternprotesten: Kassenärztliche Vereinigung stockt auf

Bergedorf.  Es ist ein bemerkenswerter Erfolg für Bergedorfs Eltern: Weil ausgerechnet in Hamburgs kinderreichstem Bezirk die Suche nach einem Arzt für den Nachwuchs immer problematischer wurde, muss die Kassenärztliche Vereinigung (KV) jetzt nachsteuern. Nach Elternprotesten hat der Zulassungsausschuss zwei zusätzliche halbe Kassenarztsitze für Bergedorf genehmigt – neben drei neuen für Mitte, Nord und Harburg.

Wie dringlich das Nachsteuern war, zeigt der Blick auf die so aufgestockten Praxen: Sowohl bei den Kinderärzten im CCB als auch in der Gemeinschaftspraxis am Curslacker Heerweg 1 sind die jetzt mit halbem Kassenarztsitz versehenen Pädiater längst im Einsatz. So teilten sich in Curslack Dr. Nicole Barko und Dr. Lars Schomann eine halbe Stelle, die nun zu einer ganzen wird. Im CCB unterstützte Kinderarzt Florian Flüß seine Kollegin Dr. Evelyn Lesser als Mitarbeiter. Jetzt bekommt er immerhin eine halbe Stelle.

Statistisch bedeutet eine halbe Stelle knapp 600 zusätzliche Patienten, die über die gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden können. Geht die Patientenzahl darüber hinaus, kann der Arzt seine Leistung praktisch nicht abrechnen – oder muss Privatrechnungen ausstellen.

Ob die neuen Kassenarztsitze durch zusätzliches Geld im Topf für Kinderärzte bei der KV finanziert werden, ist noch unklar. Hintergrund: Hamburg gilt in allen medizinischen Bereichen als überversorgt. Nur sind die Ärzte ungleich über die Stadt verteilt.